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ExoMars: Europa und Russland sind zum Mars gestartet

14.03.2016 | 11:19 Uhr |

Eine russische Rakete startet heute um 10.31 Uhr mit dem ExoMars Trace Gas Orbiter und den Lander Schiaparelli zum roten Planeten. In 7 Monaten soll Schiaparelli auf dem Mars landen. Damit tritt das ExoMars-Projekt zur Erforschung des Planeten Mars in seine aktive Phase. Update: Die russische Proton-Rakete hat erfolgreich abgehoben.

Heute um 10.31 Uhr Mitteleuropäischer Zeit startet eine russische Proton-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur. Damit tritt das ExoMars in seine aktive Phase. Die russische Rakete soll den ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) und den Lander Schiaparelli (benannt nach dem italienischen Astronomen Giovanni Virginio Schiaparelli) zum Planeten Mars bringen.
 
Sie können den Live-Stream der ESA in Echtzeit verfolgen. Außerdem twittern sowohl das ExoMars-Projekt als auch die ESA .

Bei der heute startenden Rakete handelt es sich um die erste von zwei Raketen des ExoMars-Projektes der Europäischen Weltraumbehörde ESA. Bei ExoMars arbeitet die ESA mit der russischen Weltraumagentur Roskosmos zusammen. Ziel des ExoMars-Projekts ist die Erforschung der Atmosphäre und der Oberfläche des Planeten Mars.

Roskosmos stellt die beiden Raketen, die Landeeinheit für den 2018 folgenden Mars-Rover sowie einige Messinstrumente im Rover. Die ESA entwickelt unter anderem den heute startenden Lander und Orbiter sowie den 2018 folgenden Marsrover, überwacht die beiden Missionen und empfängt die Daten der Messinstrumente.
 
Der TGO soll um den roten Planeten kreisen und dessen Atmosphäre erforschen. Außerdem soll der Orbiter TGO potenzielle Landestellen für den 2018 folgenden ExoMars Rover erkunden und zwischen diesem und der Erde Kontakt halten. Diese Untersuchungen sollen bis 2022 mindestens andauern.

Schiaparelli dagegen soll auf dem Mars landen und dabei Landetechniken erproben, die dem 2018 folgenden ExoMars Rover bei der Landung helfen sollen. Die Aufgabenteilung erinnert also ein klein wenig an das Rosetta-Philae-Projekt, mit dem die ESA den Kometen Tschuri erforschte. 

Im Oktober 2016 sollen TGO und Schiaparelli den Mars erreichen. Schiaparelli soll dann auf der Marsoberfläche landen und von dort Kontakt mit einem bereits um den Mars kreisenden Orbiter der NASA aufnehmen. Sofern die Landung gelingt, hat Schiaparelli allerdings nur Strom für wenige Tage, anders als Philae ist Schiaparelli nicht für einen längeren Einsatz gedacht.

TGO wiederum soll in eine rund 400 Kilometer über der Marsoberfläche verlaufende Umlaufbahn einschwenken. Und dort mit seinen Messungen beginnen, die von der ESA in Darmstadt überwacht werden. Insbesondere soll er nach dem Gas Methan suchen.
 
2018 folgt dann die zweite Proton-Rakete mit dem ExoMars Rover. Für diesen auf dem Mars landenden ExoMars Rover soll TGO die Verbindung zur Erde halten.

Das Traumergebnis der Mission wäre es, wenn sie Hinweise auf Leben finden würde.

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