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Apple treibt iPhone-Start in China aggressiv voran

30.08.2009 | 15:59 Uhr |

Der US-amerikanische Elektronikhersteller Apple kommt bei der geplanten Markteinführung des iPhones in China schneller voran als gedacht. So wird bereits für Anfang Oktober mit dem Vertrieb für das Handy auf dem größten Mobilfunkmarkt der Welt gerechnet.

Während Mobilfunk-Branchenprimus China Mobile die exklusive Vertriebslizenz für Googles G1 anstrebt, sollen die Verhandlungen mit dem zweitgrößten Mobilfunk-Carrier China Unicom so gut wie abgeschlossen sein. Der chinesische Markt ist äußerst attraktiv für die Amerikaner. 687 Mio. Kunden stehen dort lediglich 270 Mio. mobilen US-Teilnehmern gegenüber. Apple könnte in China bis Ende 2011 rund 2,9 Mio. iPhones verkaufen, meinen Branchenkenner.

"Diese Analystenprognose mit knapp drei Mio. Geräten in zweieinhalb Jahren scheint mir bei einem Markt von über einer Mrd. SIM-Karten für realistisch. Zudem wird das iPhone auf dem chinesischen Markt von einer kleinen kaufkräftigen Oberschicht genutzt werden", so Torsten J. Gerpott, Telekommunikationsexperte und Lehrstuhlinhaber des Department of Technology and Operations Management an der Mercator School of Management , gegenüber pressetext. Laut dem Fachmann wird das Gerät auch aufgrund seiner Markenbekanntheit als Statussymbol Geltung finden. Wie das Wall Street Journal heute, Donnerstag, schreibt, profitiert das Handy zusätzlich vom Trend hin zum mobilen Internet.

Obwohl Apple bei der Auswahl seines Exklusivproviders Gerpott zufolge "stets zwischen der Reichweite sowie Margen und Geschäftsmodellen in den einzelnen Märkten abwägen muss", ist mit China Unicom scheinbar der ideale Partner gefunden. Dass dies nicht der größte Player ist, sieht Gerpott nicht als Nachteil. "Apple hat schon lange in diesem Bereich Erfahrung und weiß genau, wen man sich aussucht", weiß der Insider. Dem Bericht nach könnte das iPhone in den kommenden Monaten Konkurrenz in China von Anbietern wie Nokia bekommen. Die Marke Apple sei Charter-Equity-Research-Analysten Edward Synder zwar in den USA sehr stark. Dies ließe sich aber mit dem geringen Wettbewerb durch Konkurrenzprodukte erklären.

Bislang wurde das iPhone rund zwei Jahre nach seiner Markteinführung in den USA mehr als 26 Mio. mal in über 80 Ländern verkauft - der Großteil entfällt auf die Vereinigten Staaten. In den vergangenen drei Monaten entfielen IDC nach nur sieben Prozent aller iPhone-Verkäufe auf den Asien-Pazifik-Raum. In den USA waren es dagegen 49 und in Europa 25 Prozent. Der Rest der Anteile bezieht sich auf Märkte wie Japan, Lateinamerika, Kanada und den Nahen Osten. Apple will das China-Modell speziell auf die Bedürfnisse der Kunden abstimmen. So hat ein iPhone-Prototyp erst kürzlich eine der Lizenzen erhalten, welche die Regierung für Handys verlangt, teilte Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie mit.

Der Fachleuten zufolge am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt bleibt für Apple trotz aller technischen Ausgereiftheit des iPhones ein extrem umkämpfter Markt. Schließlich hat China Mobile die Entwicklung eines Smartphones gemeinsam mit dem taiwanesischen Handyriesen HTC bekannt gegeben. Obwohl das Papier von China Unicom wegen der Exklusivrechte mit Apple zuletzt stärker als das von China Mobile gestiegen ist, bleibt der Kampf um Neukunden hart. Als Produktionspartner für das iPhone ist die taiwanesische Firma Hon Hai im Gespräch. "Apple kann mit China seinen globalen Marktanteil im Bereich der Smartphones steigern", so Gerpott. Derzeit sind schätzungsweise bereits 1,5 Mio. iPhones in China in Verwendung. (pte)

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