28.01.2011, 11:41

Moritz Jäger

Exklusiv

PC-WELT-Interview mit Microsofts Internet-Explorer-Boss

Mit dem Internet Explorer 9 will Microsoft die verlorenen Marktanteile zurückerobern. Sowohl die Preview-Versionen wie auch die Beta-Version machen bereits einen guten Eindruck. Mit welchen neuen Funktionen will Microsoft bei den Anwendern besonders punkten - und wann wird der IE9 erscheinen? Das wollten wir im Rahmen eines exklusiven Interviews von Dean Hachamovitch wissen, dem Hautpverantwortlichen für die Entwicklung des IE9.
Dean Hachamovitch ist Microsofts Vice President für den Internet Explorer und damit nicht nur für die bestehenden IE-Versionen verantwortlich, sondern auch für den kommenden IE9. Im Rahmen eines Aufenthalts in Deutschland konnte PC-WELT als einziges IT-Magazin in Deutschland ein Interview mit ihm führen. Wie sprachen mit Hachamovitch unter anderem über die neue Tracking Protection, mit der Nutzer aktiv ihre Privatsphäre im Web schützen können. Weitere Themen waren das schwere Erbe des Internet Explorer 6, Marktanteile und Sicherheitslücken. Den Download der Beta-Version des Internet Explorer 9 finden Sie übrigens hier.
PC-WELT: Herr Hachamovitch, lassen Sie uns mit dem Thema Datenschutz und Privatsphäre starten. Im Dezember haben Sie eine neue Funktion namens Tracking Protection vorgestellt. Worum handelt es sich dabei?
Dean Hachamovitch: Tracking Protection ist unser Ansatz, mit dem wir Nutzer vor ungewollter Überwachung schützen. Wenn Sie sich eine aktuelle Website ansehen, dann ist diese ein Mosaik von Inhalten unterschiedlichen Ursprungs. Neben dem eigentlichen Inhalt lädt eine moderne Website beispielsweise Videos, Werbung oder Analyse- und Tracking-Pixel nach, letztere sind meist lediglich 1 x 1 Pixel groß. Mit diesen kleinen Pixeln können Seitenbetreiber beispielsweise die Zugriffe auf ihre Seite messen.
Nutzerverhalten wird längst nicht mehr nur über Cookies verfolgt, sondern beispielsweise auch über solche Pixel oder verschiedene andere Maßnahmen. Die Wahrheit ist: Nutzer und ihr Verhalten im Web werden überwacht und verfolgt – meist ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung.
Man muss allerdings zwischen erwartetem und unerwartetem Tracking unterscheiden. Nicht jedes Tracking ist mit Werbung verbunden, ebenso ist nicht jedes Werbeangebot automatisch Tracking. Rufe ich beispielsweise ein Buch bei Amazon oder höre ich ein Lied bei Last.FM, erwarte ich, dass der Dienst meine Auswahl protokolliert, um das Angebot für mich zu optimieren. Das Gegenstück dazu ist unerwartetes Tracking. Dabei erhält der Nutzer keinerlei Informationen darüber, welche Daten der jeweilige Dienst über ihn erhebt, wie diese Daten genutzt werden oder bei wem sie schließlich landen. Zwischen diesen beiden Bereichen gibt es eine große Grauzone.
Genau bei diesen Problemen setzen wir mit Tracking Protection an. Die Technik wird ein fester Bestandteil des Internet Explorer 9 werden und zwar ab dem IE9 Release Candidate.
PC-WELT: Woher weiß Tracking Protection, welche Seiteninhalte es blocken soll?
Dean Hachamovitch: Die Technik setzt auf Listen. Diese enthalten verschiedene Regeln, die definieren, welche Inhalte geblockt werden.
PC-WELT: Also vergleichbar etwa mit populären Erweiterungen wie AdBlock Plus?
Dean Hachamovitch: Genau. Wir stehen inzwischen sogar mit einigen Erstellern der AdBlock-Regelsätze in Kontakt, die auch für Tracking Protection eigene Listen liefern möchten.
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