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Exchange-Bug: Viren schneller als Scanner

Microsoft Exchange 5.0 hat ein Sicherheitsproblem, das es an

Microsoft Exchange 5.0 hat ein Sicherheitsproblem, das es anfällig gegen moderne Viren und Würmer macht: Es besitzt keine direkte Schnittstelle zu Virenscannern. Infizierte Mail wird daher nicht bei ihrer Ankunft überprüft, sondern erst, nachdem sie bereits ins Postfach des Empfängers ausgeliefert wurde.

Daher kann es dazu kommen, dass Benutzer infizierte Dokumente zugestellt bekommen und Öffnen, die der installierte Virenscanner eigentlich erkennen und von ihnen fernhalten würde. Weil Exchange die gefährlichen Dateien aber nicht schnell genug an den Scanner weiterleitet, ist er praktisch wirkungslos.

Dieser Effekt tritt vor allem auf, wenn viel Mail zu bewältigen ist. Indem sie sich sofort an Dutzende anderer Mail-Empfänger versenden, bewirken die immer zahlreicheren Viren und Würmer, die sich nach dem Vorbild von Melissa (http://www.pcwelt.de/viren/showvirus.asp?id=122) verbreiten, dass das Mailaufkommen durch die Infektion wie bei einer Epidemie sprunghaft ansteigt. Dies führt dazu, dass die Virenscanner von Exchange gerade dann ausgebremst werden, wenn sie am nötigsten gebraucht würden.

Die von Microsoft in Exchange 5.5 (Service Pack 3) bereitgestellte Verbesserung behebt das Problem nicht wirklich. Denn der Scanner kann nur auf das Mail-Attachment zugreifen und die Weiterleitung blockieren. Auf die Mail selbst und deren Inhalt hat er keinen Zugriff.

Erst die Version 2000 wird das Leck komplett stopfen. Bis dahin hilft es, dem Mail-Server ausreichend Ressourcen zur Verfügung zu stellen. (PC-WELT, 07.01.2000, am)

Den detaillierten Bericht mit Gegenmaßnahmen lesen Sie hier:

Exchange-Bug: Viren überholen Scanner

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