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Ex-NSA-Mitarbeiter fordert Verschlüsselung des EU-Datenverkehrs

01.10.2013 | 19:06 Uhr |

Im EU-Parlament wurde in dieser Woche eine Rede des Whistleblowers Edward Snowden verlesen. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter ist außerdem für den EU-Menschenrechtspreis nominiert.

In dieser Woche findet im EU-Parlament eine Anhörung zum NSA-Überwachungsskandal statt. Dabei kam auch Whistleblower Edward Snowden zu Wort. Anwältin Jesselyn Radack verlas eine Rede des ehemaligen NSA-Mitarbeiters, der vor wenigen Monaten den Prism-Skandal aufgedeckt hatte. Demnach sei es Snowdens Ziel gewesen, mit seinen Enthüllungen eine öffentliche Debatte anzuregen. Diese Debatte werde nun geführt und drohe laut dem Whistleblower „zur größten menschenrechtlichen Herausforderung unserer Zeit zu werden.“

Edward Snowden ist in diesem Jahr außerdem für den Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments für geistige Freiheit nominiert. Bei der Wahl ins Finale konnte sich Snowden gegen sieben Mitstreiter durchsetzen. Die Vergabe des Preises wird sich nun zwischen drei Finalisten entscheiden.

Mail-Dienst schließt, weil Snowden ihn nutzte

Neben Snowden kam in dieser Woche auch der ehemalige NSA-Mitarbeiter Thomas Drake zu Wort. Er verglich die Überwachungsprogramme der NSA mit dem „krankhaften Bedürfnis“ der Stasi, alles wissen zu wollen. Die NSA habe das größte System für Massenüberwachung in der Geschichte geschaffen. Drake hofft nun, dass der Ausschuss über eine Verschlüsselung des Datenverkehrs innerhalb der Europäischen Union beraten werde. Die einzelnen Länder müssten dafür Sorge tragen, dass Konzerne und andere Staaten nicht mehr auf die Daten ihrer Bürger zugreifen könnten.

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