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Porno-Pranger

Ex-Anwalt Thomas Urmann muss Redtube-Abmahnopfer entschädigen

18.12.2015 | 10:03 Uhr |

Der berüchtigte ehemalige Abmahn-Rechtsanwalt Thomas Urmann (Porno-Pranger, Redtube) muss Schadenersatz zahlen. Er muss einem Opfer seiner Redtube-Porno-Anmahnungen die Rechtsanwaltskosten ersetzen.

Zuletzt war es um den berüchtigten Regensburger Ex-Abmahnrechtsanwalt Thomas Urmann ruhig geworden. Im Dezember 2014 hatte Urmann seine Zulassung als Rechtsanwalt zurückgegeben, seine Kanzlei existierte seitdem nicht mehr. Doch nun haben ihn die Folgen seiner illegalen Redtube-Abmahnungen eingeholt.

Wie das Regensburger Nachrichtenportal Regensburg-digital berichtet, muss Urmann einem durch ihn abgemahnten Redtube-Nutzer die durch die Abmahnung entstandenen Kosten ersetzen. Das Amtsgericht Regensburg hat das am 8. Dezember 2015 entschieden (Az. 3 C 451/14). Das Gericht sieht „ausreichend Anhaltspunkte für arglistiges Verhalten“ und in der Abmahnung eine „vorsätzlich begangene unerlaubte Handlung“. Urmann habe „typischerweise sittenwidrig“ gehandelt.

Das Gericht verurteilte Urmann und dessen Z9 Verwaltungs-GmbH wegen der Redtube-Abmahnungen zu Schadenersatz. Das teilte die die Anwaltskanzlei Weiß und Partner mit, die diesen Erfolg für ihren Mandanten gegen Urmann vor dem Regensburger Gericht errungen hat. Urmann muss nun dem Kläger die Kosten erstatten, die diesem entstanden sind, als er sich gegen Urmanns Redtube-Abmahnung zur Wehr setzte. Das sind in diesem konkreten Fall zwar nur etwas über 200 Euro Rechtsanwaltskosten. Doch der Fall könnte Schule machen, wenn sich auch die anderen Abmahnopfer von Urmann nun ihre Kosten von Urmann erstatten lassen wollen.

Überblick über Thomas Urmanns Machenschaften wie Porno-Pranger und Abmahnungen

Thomas Urmann hielt jahrelang die Internetgemeinde in Atem. So wollte Urmann einen Porno-Pranger im Web veröffentlichen. Und mit seinen Massenabmahnungen von Redtube-Nutzern sorgte er bundesweit für Empörung. Seine Kanzlei Urmann + Collegen mahnte im Auftrag von „The Archive AG“ Nutzer von des Porno-Portals Redtube ab, weil diese angeblich illegales Video-Material heruntergeladen hätten. Die Abmahnungen stellten sich dann als rechtlich nicht haltbar heraus, Urmann legte das Mandat nieder.

Für seine Tätigkeit als Rechtsanwalt brach ihm aber seine wenig erfolgreiche Zeit als Geschäftsführer einer Augsburger Wurstfabrik das Genick: Wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung verurteilte ihn das Augsburger Amtsgericht. Zuvor hatte Urmann die Verhandlung wegen Nichterscheinens verzögert. Kurz darauf gab Urmann seine Zulassung als Rechtsanwalt zurück.

Und was macht der berüchtigte Abmahnrechtsanwalt derzeit? Laut Regensburg-digital besitzt er eine „GmbH zur ‚Verwaltung eigenen Vermögens‘“.

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