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Everquest 2: Schwerter & Co. künftig gegen reales Geld

20.04.2005 | 15:38 Uhr |

Sony Online Entertainment hat überraschend einen neuen Dienst angekündigt, der ab Juni verfügbar sein soll. Die Online-Rollenspieler von Everquest 2 sollen künftig mit "Station Exchange" die Möglichkeit erhalten, Gegenstände und Spielgeld anderen Spielern gegen echtes Geld anzubieten.

Sony Online Entertainment hat überraschend angekündigt, dass es ab Juni mit "Station Exchange" einen Service anbieten wird, über den Spieler virtuelle Spielinhalte des Online-Rollenspiels Everquest 2 gegen Geld anderen Spielern anbieten werden können. Somit werden die Spieler die Möglichkeit haben, ihren Charakter, Gegenstände oder auch Spielgeld anderen Spielern gegen bare Münze zu verkaufen.

In seiner Mitteilung stellt Sony Entertainment klar, das das Unternehmen nur den Service anbieten wird und nicht beispielsweise durch das Anbieten von Gegenständen selbst Geld damit verdienen wird.

Bisher verfolgte Sony in dieser Hinsicht eine ähnliche Linie, wie beispielsweise Mythic bei Dark Age of Camelot oder Blizzard mit World of Warcraft. Im Spiel erworbene Güter sind Eigentum der Entwickler und dürfen nicht über Ebay & Co. verkauft werden. Wer dennoch erwischt wird, dem drohen rechtliche Konsequenzen.

Grund für das Umdenken ist laut Angaben von Sony die Tatsache, dass sich ein Großteil der Spieler nicht daran stört, wenn andere Spieler Dinge aus dem Spiel in der realen Welt verkaufen.

Trotz der Spielregeln hätte es in der Vergangenheit auch immer wieder Probleme gegeben, wenn Spieler von anderen Spielern Sachen gekauft hatten und diese dann im Gegenzug für ihr Geld nicht erhielten. Der Support musste sich ausgiebig um diese Dinge kümmern, auch wenn ein Verstoß gegen die Spielbedingungen vorlag.

Künftig soll es daher für Everquest 2 zwei Arten von Servern geben: Server, auf denen "Station Exchange" aktiviert ist und Server, auf denen die Nutzung des Dienstes nicht möglich ist. Über den Dienst können die Spieler ihre Transaktionen durchführen und die Käufer erhalten im Spiel automatisch die erworbenen Gegenstände oder das virtuelle Spielegeld. Dabei kommt ein Auktionssystem zum Einsatz. Will ein Spieler beispielsweise seine Rüstung verkaufen, dann wird diese aus dem Spiel entfernt und der Spieler kann sie in "Station Exchange" in einer Auktion anbieten. Sobald ein Käufer ermittelt wird, erhält dieser den Gegenstand per Mail im Spiel.

In der Community von Everquest 2 und den anderen Online-Rollenspielen dürfte der Vorstoß von Sony Online Entertainment auf geteiltes Echo stoßen. Online-Rollenspiele leben davon, dass Spieler Können und Geduld zeigen müssen, wenn sie beispielsweise ein besonders wertvolles Schwert oder eine gewisse Summe an Spielgeld erwerben wollen. Mit "Station Exchange" entscheidet künftig der Geldbeuter. Wer viel Geld hat, kann sich Dinge leisten. Wer nicht, der hat Pech gehabt. Immerhin erhalten die Everquest 2-Spieler allerdings die Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob sie auf einem Server spielen möchten, auf dem "Station Exchange" aktiviert ist.

Website zu "Station Exchange"

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