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Wal-Mart entfernt Linux-PCs aus den Filialen

12.03.2008 | 10:22 Uhr |

Schlappe für Linux: Die US-Handelskette Wal-Mart nimmt ihre Linux-PCs wieder aus dem Angebot. Die Kunden hätten sich für die Rechner mit der quelloffenen Windows-Alternative nicht interessiert, gab das Unternehmen als Begründung an.

Seit einigen Monaten verkauft Wal-Mart in seinen US-Filialen auch Linux-Rechner. Dabei handelt es sich es sich um das besonders preiswerte Einstiegsmodell Everex TC2502 Green gPC. Der gPC2 hat einen Via Technologies C7-D-Prozessor mit 1.5 GHz Taktrate, 512 MB Arbeitsspeicher und eine 80 GB große Festplatte verbaut. Alles in allem also eine karge Ausstattung, für die man allerdings auch nur 199 US-Dollar (knapp über 121 Euro) bezahlen muss. Doch die Wal-Mart-Kunden nahmen das Angebot nicht an.

Wal-Mart hat deshalb den Filialverkauf des Everex Linux-PCs gestoppt, wie der Handelsriese gestern mitteilte. In rund 600 Filialen war der Linux-PC bis dato erhältlich gewesen. Der Billigrechner soll aber weiterhin im Online-Shop von Wal-Mart angeboten werden. Im Onlineshop wird Wal-Mart auch das Linux-Notebook von Everex, das Cloudbook, weiterhin verkaufen.

Melissa O'Brien, Sprecherin von Wal-Mart, betonte, dass das Everex-Angebot ein Testlauf gewesen sei, um potenzielles Kundeninteresse zu erkunden. Da dieser Test offensichtlich gescheitert ist, habe man sich entschlossen, den Linux-PC aus den Filialen wieder zu entfernen. O'Brien wollte diese Entscheidung aber keinesfalls so verstanden wissen, dass Linux auf dem Desktop generell keine Chance habe.

Hersteller Everex erklärte zu Wal-Marts Entscheidung, dass der gPC in den meisten Filialen ausverkauft sei und nur noch wenige Einheiten übrig geblieben seien. Dementsprechend sei man bei Everex von Wal-Marts Entscheidung überrascht worden.

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