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Es gibt auch noch richtige Viren

03.08.2005 | 14:52 Uhr |

Ein fast schon vergessener Typ von böswilliger Software erinnert von Zeit zu Zeit daran, dass es ihn noch gibt.

Sowohl alte Bekannte als auch neue Vertreter der Spezies Virus werden in letzter Zeit an die Oberfläche unserer Wahrnehmung gespült. Der Begriff "Virus" steht bei PC-Benutzern als Synonym für alles, was in ihrem Computer nichts zu suchen hat und für dessen anormales Verhalten verantwortlich ist. Vermutlich beinahe vergessen haben die meisten, dass ein Virus eigentlich eine ganz bestimmte Art von Schädling ist.

In den Antivirus-Labors von Kaspersky beobachten die Virenspezialisten, dass klassische Viren möglicherweise wieder im Kommen sind. Dabei handelt es sich um Schädlinge, die sich dadurch auszeichnen, dass sie sich an vorhandene Dateien anhängen, sie "infizieren". Ein Virus (laut Duden ist sowohl "der" als auch "das" richtig) infiziert meist Programmdateien, damit er bei deren Aufruf in den Arbeitsspeicher geladen wird.

Ein klassischer Virus verbreitet sich nur innerhalb eines Computers, von Datei zu Datei. Im Gegensatz dazu verbreitet sich ein Wurm über ein Netzwerk von Rechner zu Rechner. Im Bewusstsein der meisten Anwender gelten die Viren vermutlich als ausgestorben, denn man hört schon lange nichts mehr darüber.

Bei Kaspersky wurde im Juli nach zwei Jahren wieder der erste neue Virus entdeckt, dem sogleich zwei weitere Varianten nachfolgten. Kaspersky taufte ihn " Tenga ", andere Virenscanner erkennen ihn als "W32/Stanit", " W32.Licum " oder " W32/Gael ". Tenga hängt sich an Programmdateien an, kennt aber auch die Möglichkeiten modernerer Malware. Er kann sich als Wurm über das Netzwerk ausbreiten und ist in der Lage, ein Trojanisches Pferd aus dem Web herunter zu laden.

Ist Tenga erstmal auf einem PC aktiv, führt das oft zu mehreren hundert infizierten Dateien, die alle versuchen, ein Trojanisches Pferd aus dem Internet zu laden. Dieses wiederum installiert dann weitere herunter geladene Schädlinge.

Ende Juli fanden die Virenforscher von Kaspersky dann einige Adware- und Spyware-Programme, die mit dem lange bekannten Virus " Parite.b " infiziert waren. Es wird noch darüber spekuliert, ob diese Dateien absichtlich zur Tarnung vor Anti-Spyware infiziert wurden oder ob der Verbreiter einfach nicht wusste, dass sein PC mit dem Parite-Virus verseucht ist.

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