12.11.2004, 14:10

Panagiotis Kolokythas

Erwischt: Hat Microsoft für Windows XP Warez genutzt?

Schon mal auf die Idee gekommen, eine mit Windows XP installierte WAV-Datei mit dem Editor zu öffnen? Das macht doch niemand - wird sich Microsoft gedacht haben, immerhin liegen unzählige WAV-Dateien auf dem Rechner und die sind zum anhören und nicht zum anschauen da. Wir haben es dennoch gemacht und haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht...
Update (19.11; 15 Uhr): Details zur allerersten offizielle Stellungnahme von Microsoft zu unseren Fund finden Sie in dieser PC-WELT News. (/Update)
Schon mal auf die Idee gekommen, eine mit Windows XP installierte WAV-Datei mit dem Editor zu öffnen? Das macht doch niemand - wird sich Microsoft gedacht haben, immerhin liegen unzählige WAV-Dateien auf dem Rechner und die sind zum anhören und nicht zum anschauen da.
Aber falsch gedacht. Unsere Kollegen von der Macwelt haben uns auf die Idee gebracht. Wir haben es ausprobiert und einige WAV-Dateien untersucht, die mit einem frisch installiertem Windows XP auf der Festplatte abgelegt werden. Hierbei haben wir eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht.
Dabei mussten wir nicht mal lang suchen, denn "Kommissar Zufall" kam uns zur Hilfe. Bereits im Windows-Systemverzeichnis wurden wir fündig. Und zwar im Verzeichnis
"Windows\Help\Tours\WindowsMediaPlayer\Audio\Wav".
Dort befinden sich genau neun WAV-Dateien, die alle eine Größe zwischen 80 und 360 Kilobyte haben. Sie dienen der Sounduntermalung bei der Windows Media Player-Tour. Öffnet man eine dieser Dateien mit Notepad, dann sieht man zunächst nur Buchstabensalat - klar, ist ja auch eine Sounddatei.
Wirklich interessant wird es erst dann, wenn man in Notepad ganz nach unten scrollt. Dort befindet sich nämlich eine Art Wasserzeichen, in dem festgehalten wurde, mit welcher Software der Microsoft-Musiker die Wav-Dateien erstellt hat.
Folgenden Text haben wir dort gefunden:
LISTB INFOICRD 2000-04-06 IENG Deepz0ne ISFT Sound Forge 4.5
Klingt zunächst einmal unspektakulär. Anscheinend hat der Microsoft-Musiker oder der von Microsoft beauftragte freie Musiker die Software "Sound Forge" von Sony (früher von Sonic) in der Version 4.5 verwendet. Sound Forge ist ein Profitool zur Erstellung von WAV-, AIFF-, MP3- und anderen Musikdateien. Der Preis: 400 US-Dollar.
An sich also nichts Ungewöhnliches. Microsoft setzt Profisoftware ein. Wer hätte dies gedacht. Aber Moment einmal wer oder was ist "Deepz0ne"? Bingo!
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