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Erster TV-Chip für Handys in Entwicklung

Texas Instruments hat bekannt gegeben, dass die Firma an der Entwicklung eines Chips für die Anzeige von Fernsehsignalen in Handys arbeitet. Damit würde die Voraussetzung dafür geschaffen, dass kompakte Handys gebaut werden können, die Fernsehbilder ohne Ruckeln anzeigen und dabei stromsparend arbeiten. Erste Muster sind im Jahr 2006 zu erwarten.

Als weltweit erste Firma will Texas Instrument einen Chip auf den Markt bringen, der es erlaubt, Fernsehbilder mit der von TV-Geräten gewohnten Bildwiederholraten (24 bis 30 pro Sekunde) zu zeigen. Die Massenproduktion des mit dem Codenamen "Hollywood" versehenen Chips könnte im Jahr 2007 starten.

"Der ‚Hollywood’-Chip von TI für digitales Fernsehen wird die zwei bedeutendsten Erfindungen aus der Unterhaltungselektronik unserer Zeit miteinander verschmelzen: Fernsehen und das Mobiltelefon", sagte Gilles Delfassy, Senior Vice President und General Manager der Abteilung für Drahtlose Geräte bei TI .

Der Hollywood-Chip von TI wird neben dem in Japan gebräuchlichen Verfahren auch das derzeit in Europa favorisierte DVB-H unterstützen. Erst kürzlich wurde in Deutschland das Pilotprojekt bmco in Berlin abgeschlossen, in dem Firmen wie von Nokia, Philips, Universal Studios Networks Germany und Vodafone Pilotentwicklung zeigten, wie Rundfunk und Mobilfunk auf der Basis von DVB-H zusammenwachsen könnten. DVB-H (Digital Video Broadcasting) ist eine Erweiterung des "terrestrischen" digitalen Fernsehens über Antenne (DVB-T) auf Mobilgeräte ("Handhelds").

Die Netzbetreiber erhoffen sich vom Fernsehen auf dem Handy eine weitere Einnahmequelle, wenn Programmanbieter beispielsweise Nachrichten, wichtige Entscheidungen im Sport oder andere Programme für Handys bereitstellen. Solche Übertragungen könnten nach Zeit oder Sendungen abgerechnet werden (Pay-per-view).

Auf den derzeit laufenden Medientagen in München wurde deutlich, dass sich über den im Handy stets verfügbaren Rückkanal besonders bequeme Interaktionsformen mit dem Programm etwa in Quizsendungen oder einfache Bestellmöglichkeiten ergeben können. Möglicherweise wird es also auch völlig neuartige Programme geben, die auf die Besonderheiten der mobilen Nutzung zugeschnitten sind.

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