61210

Erster Quiz-Millionär im Internet

21.12.2000 | 11:43 Uhr |

Nun hat auch das Internet seinen ersten deutschen Quiz-Millionär: Aus anfangs 160 000 Mitspielern hat sich am Mittwoch in Hamburg ein 24-jähriger Informatik-Student aus Erlangen als Sieger der "Millionenjagd durchs Netz" durchgesetzt. Der Veranstalter sammelte beim Quiz detaillierte Profildaten von den Teilnehmern.

Nun hat auch das Internet seinen ersten deutschen Quiz-Millionär: Aus anfangs 160 000 Mitspielern hat sich am Mittwoch in Hamburg der 24-jährige Christoph Freundl aus Erlangen als Sieger der "Millionenjagd durchs Netz" durchgesetzt.

Nach sieben Wochen Spieldauer konnte der Informatik-Student im realen Finale der letzten zwölf Teilnehmer auf dem Museumsschiff "Cap San Diego" einen Scheck über eine Million Mark in Empfang nehmen. "Ich hab keine Ahnung, was ich mit dem Geld anstellen werde", sagte Freundl, "Vernünftigerweise wohl anlegen. Und erst mal Weihnachtsgeschenke kaufen."

Veranstaltet wurde die virtuelle Schnitzeljagd von der Hamburger Cyquest Internet AG als neuartige Werbeform im Datennetz. Aufgabe der Spieler war es, den entführten "Professor Lem" ausfindig zu machen. Dabei mussten die Mitspieler in verschienenen Missionen Hinweise auf seinen Verbleib und Antworten auf die Spielfragen auf den Internetseiten der zahlreichen Werbepartner der Show finden.

Nach dem durchschlagenden Erfolg der millionenschweren Quizsendungen im Fernsehen setzen die Veranstalter nun auch im Internet auf hohe Preisgelder, um möglichst viele Nutzer zu ihren Angeboten zu locken. "Wir wollen keine stumpfen Werbebotschaften plakatieren, sondern setzen auf den spielerischen Umgang mit den Produkten der Werbenden", sagte Cyquest-Vorstandschef Joachim Diercks am Mittwoch. So mussten die Spieler auf der Suche nach einer bestimmten Information ("Wie viele Aktien hat Professor Lem gekauft?") sich bei einer Online-Bank einloggen und lernten dadurch Online-Banking kennen.

Für die Werbetreibenden liegt der Vorteil der Aktionen von Cyquest oder von Konkurrenten wie e-Game im intensiven Kontakt des Verbrauchers mit dem Unternehmen. Das im Fernsehen übliche "Weg-Zappen" in den Werbepausen der Millionenshows fällt weg. Und auch die so genannten Werbe-Banner im Internet werden zunehmend übersehen.

"Weil die Nutzer wirklich klicken müssen, beschäftigen sie sich garantiert mit unserem Angebot", sagte Tatjana Schumacher vom Werbepartner e-Sixt, der Tochterfirma des Autovermieters Sixt.

Kern der Geschäftsidee des 30-Mann-Unternehmens Cyquest ist allerdings die Sammlung von Marketingdaten. "Wir sammeln durch unsere Fragen sehr detaillierte Profildaten von den Interessen der Nutzer. Das sagen wir dem User auch deutlich", sagte Vorstandschef Diercks. Durch Fragen wie "Suchen Sie zurzeit ein Handy, und wenn ja was für eins?" entstehen wertvolle Datenbanken mit Kundendaten.

Diese Daten wurden beispielsweise einem Telekommunikationsunternehmen angeboten, das über Cyquest als Vermittler den entsprechenden Spielern zielgenau einen Rabatt auf Telefone einräumte. Den Spielernamen selbst gebe Cyquest nicht weiter, sagte Diercks.

Angesichts des hohen Preisgeldes schwinden die Sorgen der Spieler vor mangelnder Datensicherheit schnell. "Für uns war es das größte Problem, den Mitspielern klarzumachen, dass es am Ende wirklich eine Million Mark gibt", sagte Diercks. "Das passiert ja auch bei Günther Jauch nicht allzu häufig."

Für die zahlreichen Teilnehmer des Millionenspiels, die leer ausgegangen sind, hat die PC-WELT einen kleinen Trost: Schon am 23. Dezember startet das große Weihnachtsrätsel, bei dem Sie garantiert nicht nach Ihren persönlichen Vorlieben gefragt werden. Sie brauchen lediglich eine Quiz-Frage zu beantworten, um täglich Preise im Wert von über 1000 Mark gewinnen zu können - auch an Feiertagen und an Wochenenden. Wer am Ende die richtige Gesamtlösung einsendet, hat die Chance auf den Hauptgewinn: Ein Notebook im Wert von 6500 Mark oder vier PCs im Gesamtwert von 10.000 Mark.

Insgesamt habe alle Teilnehmern die Möglichkeit Hardware- und Software-Preise im Gesamtwert von 60.000 Mark zu gewinnen. Mitmachen lohnt sich also. (PC-WELT, 21.12.2000, dpa/ pk)

Zum großen PC-WELT-Weihnachtsrätsel

Infos zur Millionenjagd durchs Netz

0 Kommentare zu diesem Artikel
61210