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Erster Gratis-Provider pleite

06.07.2000 | 21:07 Uhr |

Nachdem in jüngster Vergangenheit immer mehr Online-Geschäftsmodelle gescheitert sind und Start-ups Konkurs anmelden mussten, hat es nun auch den ersten Gratis-Provider erwischt.

Nachdem in jüngster Vergangenheit immer mehr Online-Geschäftsmodelle gescheitert sind und Start-ups Konkurs anmelden mussten, hat es nun auch den ersten Gratis-Provider erwischt. Informationen des US-Branchenblatts The Standard zufolge steht mit WorldSpy zum ersten Mal ein Gratis-ISP vor der Pleite.

Die erst im vergangenen Jahr als E-Commerce-Plattform gestartete Site setzte im Gegensatz zu den meisten anderen Gratis-ISPs nicht auf Einnahmen aus permanenten Werbeeinblendungen. WorldSpy hatte vielmehr versucht, Einkünfte nur aus Online-Verkäufen über seine Homepage zu generieren.

CEO Alan Clingman hatte vergangenen Herbst eine Zahl von mindestens einer Million Nutzer für diesen Sommer prognostiziert. Angaben des Konkurrenten Juno zufolge nutzten jedoch insgesamt nur rund 260.000 User den WorldSpy-Service, der damit weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.

Mittlerweile ist nicht einmal mehr die Website des Internet-Unternehmens zu erreichen. Nutzer werden zum Provider Juno.com umgeleitet, der ebenfalls kostenlosen Zugang ins Netz offeriert.

In den USA sind Gratis-Internet-Dienste inzwischen weit verbreitet. Neben Internet-Portalen wie Lycos, Excite oder Yahoo und Gratis-Dienstleistern wie NetZero oder freeinternet.com bieten selbst Einzelhandelsketten wie etwa K-Mart kostenlosen Internet-Zugang an. Verschiedenen Schätzungen zufolge surfen in den Staaten bereits mehrere Millionen Menschen über die Gratis-Dienste im Netz.

Zu den erfolgreichsten Anbietern zählt Juno.com. Der Online-Dienst finanziert sich aus Anzeigen, E-Commerce und gebührenpflichtigen Angeboten. Angaben des Juno-CEO Charles Ardai zufolge verfügt das Unternehmen derzeit über Barvermögen von fast 130 Millionen US-Dollar. (PC-WELT, 06.07.2000, jas)

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