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Morddrohung per Mail

05.02.2008 | 08:33 Uhr |

In Spam-artig verschickten Mails behauptet der Absender, er sei ein Auftragsmörder, der den Angeschriebenen umbringen solle. Er verlangt von diesem Geld, vorgeblich um ihm dann Details über den Auftraggeber mitzuteilen.

Spam-Mails von Erpressern, die sich als Auftragsmörder ausgeben, sind in den USA bereits seit einem Jahr bekannt, wie die amerikanische Bundespolizei FBI meldet . Inzwischen tauchen sie allerdings auch vereinzelt in Europa auf. Der Absender behauptet, er sei von einer nicht näher bezeichneten Person, die der Angeschriebene als Freund betrachte, beauftragt worden ihn umzubringen. Er habe seine Leute ausgesandt, um Informationen über die Zielperson einzuholen.

Er habe dabei festgestellt, schreibt der Erpresser weiter, dass der Angeschriebene unschuldig sei und daher erstmal von der Auftragsausführung abgesehen. Er schreibe diese Mail, um zu sehen, wie viel dem Angeschriebenen sein Leben wert sei. Er würde gegen eine Zahlung von 15.000 US-Dollar auch weiterhin davon absehen ihm umzubringen und ihm stattdessen Informationen über seinen Auftraggeber senden.

Dazu solle der Angeschriebene zunächst 8000 Dollar zahlen und würde dann ein Band mit den Gesprächen zwischen dem Auftraggeber und dem Killer erhalten. Danach solle er die restlichen 7000 Dollar zahlen. Andernfalls würde der Auftrag ausgeführt.

Wie das FBI mitteilt, handelt es sich bei diesen Mails zwar um Erpressungsversuche, jedoch sei kein einziger Fall bekannt, in dem tatsächlich jemand Schaden an Leib oder Leben genommen oder Geld gezahlt hätte. Die Mail-Texte und die geforderten Summen variieren von Fall zu Fall, auch 20.000 Dollar sind schon gefordert worden. Das FBI gibt mit Stand 15. Januar 2007 an, es seien bereits mehr als 100 solcher Fälle beim "Internet Crime Complaint Center" des FBI gemeldet worden.

Das FBI betont, die Mails seien nicht ernst zu nehmen und bezeichnet sie als Hoax (Scherz, Falschmeldung). Wenn der Absender persönliche Informationen über den Angeschriebenen vorweise, könne er diese leicht über das Internet gesammelt haben. Das führt zu dem Schluss, dass sich jeder fragen sollte, welche Informationen er über sich offen ins Internet stellt - dies gilt insbesondere für soziale Netzwerke. Dort plaudern insbesondere Jugendliche recht unbekümmert so ziemlich alles aus, was auch Kriminelle interessieren könnte. Dies war auch in der letzten Woche Hauptthema beim Europäischen Datenschutztag .

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