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Ermittlungen gegen BenQ Mobile

08.11.2006 | 10:31 Uhr |

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen BenQ Mobile wegen Insolvenzverschleppung durch die Verantwortlichen.

Nach der Insolvenz der durch Siemens im vergangenen Jahr an BenQ verkauften Handysparte wurden kürzlich Vorwürfe gegenüber dem ehemaligen Eigentümer laut, auf entsprechende Klauseln für den Erhalt des Unternehmens am deutschen Standort in den Vertrag verzichtet zu haben.
Darüber hinaus ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft gegen BenQ Mobile wegen Insolvenzverschleppung. Solche Prüfungen, etwa ob Gelder zweckentfremdet wurden, erfolgen regelmäßig bei Firmenpleiten, sagte Staatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld der Financial Times Deutschland .

Doch die Unternehmensspitze gerät zunehmend in Erklärungsnot. Angeblich sollen die finanziellen Probleme bereits lange vor der Insolvenz bekannt gewesen und bewusst verschwiegen worden sein. Medienberichte berufen sich auf ein Schreiben des BenQ-Mobile-Finanzchefs David Wang an den Spartenchef Clemens Joos, in dem er Mitte August mitteilte: "Wir haben null Budget mehr". Bei einem anschließenden Besuch des Mutterkonzerns soll Wang jedoch die Zusage einer Finanzspritze in Höhe von 400 Millionen Dollar erhalten haben. Aber das Geld wurde nie bezahlt. Bis zur Gläubigerversammlung Anfang 2007, tönt es aus Finanzkreisen, sollen die Hintergründe der Insolvenz aufgearbeitet werden.

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