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Erfurter Polizei-Sprecher: Kein Hinweis auf Einfluss von Computerspielen

30.04.2002 | 16:17 Uhr |

Nach den traurigen Ereignissen in dem Erfurter Gutenberg-Gymnasium und der Diskussion über Gewalt in Computerspielen meldet sich nun erstmals die Erfurter Polizei zu Wort, die in diesem Fall ermittelt. Laut ihrem Sprecher, Detlef Kasch, handelt es sich bei der in der Wohnung des Amokläufers Robert S. sichergestellten Software um frei im Handel erhältliche Spiele. Allerdings müsse die Tat nicht in Zusammenhang mit diesen Computerspielen stehen.

Nach den traurigen Ereignissen im Erfurter Gutenberg-Gymnasium und der Diskussion über Gewalt in Computerspielen meldet sich nun erstmals die Erfurter Polizei zu Wort, die in diesem Fall ermittelt. Laut ihrem Sprecher, Detlef Kasch, handelt es sich bei der in der Wohnung des Amokläufers Robert S. sichergestellten Software um frei im Handel erhältliche Spiele.

Gegenüber der Financial Times Deutschland erklärte der Polizeisprecher, dass der Inhalt der sichergestellten Spiele nicht den "üblichen Maß an Gewaltdarstellung" überschreite.

In den Medien war - teilweise mit falschen Behauptungen über Computerspiele ( wir berichteten ) - eine Diskussion entbrannt, an der sich auch Politiker beteiligten. Detlef Kasch dagegen kommt jetzt zu einem ernüchternden Ergebnis: "Den Tathergang im Gymnasium könnte man auch aus jedem Trickfilm ableiten."

In dem Artikel "Computerspiele haben nur begrenzten Einfluss" hat die Financial Times Deutschland auch Experten befragt. Nach Ansicht von Tanja Witting, Leiterin der Studie "Wirkung virtueller Welten", sollten Eltern und Pädagogen in Gesprächen mit Kindern herausfinden, wie diese die Inhalte der in die Kritik geratenen Spiele erleben. Die Spiele seien "nicht die Ursache der Gewalt", so Wittig.

Der 24jährige Bremer Rami Allouni, Teamcaptain der Deutschen Counter-Strike-Mannschaft, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass es in Deutschland rund 500.000 Counterstrike-Spieler gäbe. "Wenn diese Unterstellungen richtig wären, hätten wir eine halbe Million potenzieller Amokläufer", so Allouni in Hinblick auf das in die Kritik geratene Spiel.

Zeitung: Counterstrike schuld am Amoklauf in Erfurt (PC-WELT Online, 29.04.2002)

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