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Erfundene Vergewaltigung auf Facebook: Polizei ermittelt gegen Urheberin

10.01.2017 | 14:38 Uhr |

Auf Facebook machte die Nachricht über eine brutale Vergewaltigung die Runde. Eine Fake-News. Die Polizei fand die Urheberin und ermittelt wegen Volksverhetzung und Vortäuschung einer Straftat.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln gegen eine 55 Jahre alte Frau, die in der ersten Januarwoche 2017 auf Facebook die Nachricht verbreitet haben soll, dass im oberbayerischen Mühldorf am Inn ein Asylbewerber eine 17-Jährige vergewaltigt habe. Ermittelt wird wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat und des Verdachts der Volksverhetzung, wie die Bayerische Polizei mitteilt .

In dem Facebook-Posting schilderte die 55 Jahre alte Frau die angebliche Vergewaltigung als besonders brutal: Das 17 Jahre alte Opfer musste danach angeblich notoperiert werden. Die Behörden würden zudem die Vergewaltigung verschweigen, so der weitere Vorwurf in dem Facebook-Posting.

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Die Polizei ging der Facebook-Nachricht nach und fand keine Hinweise auf die berichtete Vergewaltigung. Die Vergewaltigung ist der Polizei zufolge frei erfunden.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd dementierte deshalb am 3. Januar auf seiner Facebook-Seite den Fall.

Polizei machte sich auf die Jagd

Die Polizei machte sich auf die Suche nach dem Verfasser beziehungsweise der Verfasserin dieser Falschmeldung. Und fand eine 55 Jahre alte Frau aus dem niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn als Urheberin.

Robert Kopp, der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, zu dem Thema: „Wenn Menschen im Internet surfen, dann prägen auch soziale Netzwerke deren Meinungsbildung nicht unerheblich. … In Zeiten ohne digitale Medien war die Frage des Absenders für eine vertrauenswürdige Einstufung elementar und unentbehrlich für die Meinungsbildung. Eine kritische individuelle Bewertung erscheint zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Das Synonym Medienkompetenz ist für mich daher wichtiger denn je“.

Kopp fährt fort: „Für die Polizei gilt es, jede Form einer gezielten Desinformation aufzudecken und diese zu bekämpfen. Natürlich ist es auch unser erklärtes polizeiliches Ziel, die Urheber dieser Falschnachrichten aus der Anonymität des Internets zu holen und relevante Straftaten konsequent zu verfolgen. Auch im konkreten Fall ist uns das erfreulicherweise sehr schnell gelungen…“.

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