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Erfolg des Ipods bringt Apple neue Mac-Käufer

Steve Jobs, der Chef von Apple Computer, spricht in diesen Tagen nur selten über Computer. Der Erfolg des tragbaren Musikplayers Ipod, von dem seit 2001 mehr als 22 Millionen Stück verkauft wurden, lässt Apple immer mehr als Akteur in der Musik- und Unterhaltungselektronik-Industrie denn als PC-Hersteller erscheinen. Dabei hat Apple eine Rechnerpalette im Angebot, die sich im Sog des Ipod-Triumphs besser entwickelt als in den Jahren zuvor.

Vor 30 Jahren entwickelte Apple Computer mit dem Apple I seinen ersten Personal Computer und beherrschte damals den gesamten Heimrechner-Markt ähnlich wie heute das Geschäft mit den MP3-Playern.

Zehn Jahre später legte Apple mit dem Macintosh die erste moderne grafische Benutzeroberfläche vor, die heute noch als Vorbild für die gesamte Branche gilt. Doch am Ende der neunziger Jahre lag der Marktanteil des Macs nur noch im einstelligen Bereich. Microsoft hatte sich mit Windows durchgesetzt. Apple hatte unter anderem mit seiner umstrittenen Hochpreispolitik zu diesem Absturz beigetragen.

Der Ipod, der inzwischen mehrheitlich an Kunden mit einem Windows- Computer verkauft wird, hat Apple nun eine neue Sichtbarkeit außerhalb der verschworenen Macintosh-Gemeinde verschafft. Laut dem Analysten Richard Chu vom US-Marktforschungsunternehmen SG Cowen greifen einige Ipod-Käufer wegen der positiven Erfahrungen mit dem Apple-Produkt bei ihrem nächsten Rechnerkauf zu einem Mac. "Eine Umfrage unter 1400 Verbrauchern in den USA gibt starke Hinweise darauf, dass Apples großer iPod-Marktanteil einen signifikanten Einfluss auf Rechnerverkäufe hat", sagt Chu.

Apple verlässt sich aber nicht allein auf die Wirkung des Ipods, sondern ist im Januar 2005 mit dem Mac mini in ein neues Preissegment vorgestoßen. Waren früher Macintosh-Rechner häufig nicht unter 1000 Euro zu haben, wird der Mac mini heute ab 519 Euro verkauft. "Der Mac mini ist der Mac für die Massen", begrüßte Apple-Experte Michael Gartenberg von Jupiter Research die Wende der Preispolitik in der Apple-Zentrale in Cupertino im US-Bundesstaat Kalifornien.

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