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Erfinder hinter Gittern

In China tragen selbst Straftäter zum Wirtschaftswachstum bei, indem sie sich mit ihrem Erfindungsreichtum eine verkürzte Haftzeit verschaffen.

Während amerikanische Gefängnisinsassen ihre Freizeit mit Videospielen verbringen, verkürzen chinesische Häftlinge ihr Strafmaß mit dem Erfinden neuer Technologien. So hat ein verurteilter Autodieb seine Haftstrafe im Tilanqiao Gefängnis auf 12 Jahre reduzieren können, indem er eine Diebstahl-Schutzanlage für Fahrzeuge entwickelte. Laut Aufseher Xie Xiaoming hätten bereits 132 „Knast-Erfindungen“ Preise bei Wissenschafts- und Technik-Wettbewerben abräumen können. Dieses System würde schon seit 14 Jahren angewandt und von vielen Insassen genutzt.

In einem diese Woche veröffentlichten Artikel der ShanghaiDaily wird außerdem ein Architekt erwähnt, der seine Haftstrafe bereits zweimal verkürzen konnte. Nachdem er im Jahre 2001 wegen Bestechung zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, freut er sich nun auf seine Freilassung im April dieses Jahres. Ein anderer, besonders produktiver Erfinder hat sich quasi auf umweltfreundliche Innovationen spezialisiert und beschäftigt sich erfolgreich mit Wasserreinigungssystemen und Filteranlagen.

Derartige Nachrichten passen recht gut zur aktuelle Medienpräsenz Chinas, die erst neulich mit ihrem 15-Jahres-Plan den USA in punkto Technologie den Kampf erklärten und eine weltweite Führung auf diesem Sektor anstreben. Erste Ergebnisse dieser Bemühungen werden in einer internationalen Studie aufgezeigt. Darin lässt sich ablesen, dass China den USA bereits den Titel des weltgrößten Informations- und Technologieversorgers abringen konnte. So stammt bereits heute der größte Teil an Handys, Laptops und Digitalkameras aus China. Auch der Export dieser Geräte an die USA konnte von 10% im Jahre 2000 auf 27% im Jahre 2004 gesteigert werden.

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