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Erfahrungen eines Aldi-PC-Käufers

23.11.2000 | 12:36 Uhr |

Morgens um kurz nach Sieben ist die Welt für viele noch in Ordnung. Die Vögel zwitschern, die Sonne blinzelt durch vereinzelte Wolkenbänke und ein Redakteur steht frierend vor einer Aldi-Filiale, um das Phänomen zu beobachten.

Morgens um kurz nach Sieben ist die Welt für viele noch in Ordnung. Die Vögel zwitschern, die Sonne blinzelt durch vereinzelte Wolkenbänke und ein Redakteur steht frierend vor einer Aldi-Filiale, um das Phänomen zu beobachten.

Einige Gedanken gehen einem an dieser Stelle durch den Kopf: Wann um Himmels willen sind die ersten 20 Personen aufgestanden, die vor einem auf den Aldi-PC warten? Wie viele PCs sind überhaupt vorrätig, um die knapp 20 Kaufwilligen vor und weitere 60 Hoffende hinter einem zu befriedigen? Wo gibt es einen heißen Kaffee?

Das Aldi Phänomen hält immer noch an. Obwohl mittlerweile auch andere Händler günstige PCs anbieten, einige PCs sogar besser ausgestattet sind und weniger kosten als der Aldi-Rechenknecht, genießt die Lebensmittelkette noch immer uneingeschränktes Vertrauen bei den Kunden.

Auf die Frage, warum es denn ein Aldi-PC sein muss und kein Rechner eines Fachhändlers, antworteten die Wartenden: "Die Aldi-Rechner sind qualitativ hochwertig", oder "Aldi-Rechner sind günstig".

Das diesmal kein Monitor das PC-Angebot abrundet, stört ebenfalls niemanden. Gleich neben den PCs stehen auch schon passende 17-Zoll-Monitore - Palettenweise.

Nachdem die Schlange vor dem Geschäft immer länger wird, machen Durchhalteparolen die Runde. Optimisten sprechen von 40 PCs, die der Discounter hier vorrätig haben soll, dies wissen sie aus "sicherer Quelle". Pessimisten erinnern an den letzten Verkauf, bei dem lediglich fünf Rechner auf einer Palette herumstanden. Unruhe kommt auf, aber keiner verlässt seinen Platz in der Reihe.

Ein weiteres Phänomen: Obwohl die Rechneranzahl auf cirka 40 taxiert wird, warten über 100 potenzielle Käufer brav in der Schlange, niemand drängelt sich vor, auch Schusswaffen, wie es bereits anderorts vorkam, wurden nicht gesichtet.

Endlich, die Eingangstüren öffnen sich bereits um viertel nach Acht und gemächlich schiebt sich die Masse in den Laden. Auf einmal fühlt man sich, als wäre Ostern ausgebrochen, denn die begehrten PCs stehen nicht an einer Stelle, sondern sind über den ganzen Laden verteilt und müssen wie riesige Ostereier gesucht werden. Wie viele Rechner vorrätig sind, wusste nicht einmal das Personal: "Ja, ein paar haben wir noch, die stehen noch draußen oder irgendwo im Laden".

Als die ersten Käufer mitsamt ihrer Errungenschaften den Laden wieder verlassen, sind die Letzten der Wartenden noch immer nicht im Geschäft.

Übrigens unterscheiden sich die Rechner von Aldi-Nord und Aldi-Süd:

Während auf dem Rechner im Süden das Logo "Medion" prangt, ist im Nord an dieser Stelle "Lifetec" zu finden. (PC-WELT, 23.11.2000, mp)

PC-WELT Ratgeber: Aldi-PC unter der Lupe

PC-WELT-Test: 3,5 Punkte für Aldi-PC (PC-WELT Online, 22.11.2000)

PC-WELT testet Aldi-PC (PC-WELT Online, 22.11.2000)

Aldi-Wette: Gewinner steht fest (PC-WELT Online, 22.11.2000)

Aldi-PC: Anstellen lohnt sich nicht (PC-WELT Online, 20.11.2000)

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