14.03.2011, 09:59

Hans-Christian Dirscherl

Erdbeben-Katastrophe

In Japan wird der Strom knapp

Die japanischen Stromversorger schalten stundenweise den Strom ab. Viele japanische Firmen wie Sony oder Toshiba können nicht mehr produzieren.

In Japan kommt es infolge der Tsunami-Katastrophe und dem damit verbundenen Ausfall mehrere Kernkraftwerke zu Engpässen bei der Stromversorgung. Planmäßig haben die japanischen Energiekonzerne am Montag die Stromversorgung in einem großen Teil von Ostjapan eingeschränkt, wie unsere Schwesterpublikation PC Word berichtet. Die Hauptstadt Tokio soll von der Abschaltung verschont bleiben, im Umland von Tokio soll die Stromversorgung dagegen teilweise für jeweils drei Stunden unterbrochen werden. Die Regierung geht derzeit davon aus, dass diese planmäßige pro Tag drei Stunden dauernde Unterbrechung der Stromversorgung mehrere Wochen lang notwendig sein dürfte.
Der Energieversorger Tokyo Electric Power Co. hat durch das Erdbeben und den Tsunami und dessen Folgen 27 Prozent seiner Gesamtkapazität bei der Stromerzeugung verloren.
Bisher wurden 3000 Menschen als tot oder vermisst gemeldet, die Polizei von Miyagi in Nordjapan geht allerdings von mehr als 10.000 Toten als Folge des durch ein Erdbeben verursachten Tsunamis aus. Darüber hinaus halten die Probleme bei mehreren Atomkraftwerken, die in der vom Erdbeben betroffenen Gegend stehen, die Welt in Atem. Japans Meteorological Agency hat die Stärke des Erdbebens, das den Tsunami und die Probleme bei den Kernkraftwerken verursachte, auf der Richterskala mittlerweile von 8,8 auf 9 hochgestuft. Das würde bedeuten, dass das Erdbeben als „extrem groß“ gewertet würde. Konkret handelte es sich um drei heftige Erdbeben kurz hintereinander.
Nicht nur die Energieversorgung ist von dem Erdbeben massiv betroffen, auch die unmittelbare Industrie-Produktion von Japan leidet massiv. Viele japanische Firmen haben ihre Produktionsanlagen in der betroffenen Gegend – dort stehen seit Freitag alle Bänder still. Beispielsweise bei Toshiba, das dort Mikroprozessoren und Bildsensoren herstellt. Auch bei Sony, das in der Gegend um Fukushima Akkus produziert, geht in den betroffenen Fabriken nichts mehr, ebenso bei Panasonic und Sharp. Die Auto-Hersteller Toyota und Honda stellten ebenfalls die Produktion ein. Der japanische Premierminister Naoto Kan bringt die Katastrophe auf den Punkt: „Das ist die schlimmste Krise in der Nachkriegsgeschichte Japans“.
 
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