105634

Erbstreit um DVD-Nachfolge auf der CeBIT

18.03.2007 | 12:31 Uhr |

Auch auf der CeBIT kommt der Formatstreit um die Nachfolge der DVD nicht voran. Beide Industrielager präsentieren sich in Hannover schon jetzt als Gewinner und preisen die HD-DVD und die Blu-ray Disk als jeweils besseres Format an.

Vor allem durch die Next-Generation-Spielekonsolen PlayStation 3 und Xbox 360 erhoffen sich die Hersteller eine Entscheidungshilfe im Markt. Von einer Beilegung des Formatstreits ist auf der CeBIT jedoch nichts zu sehen. LG Electronics verzichtete darauf, seinen Hybrid-Player, der beide Formate abspielen kann, auf der Messe zu präsentieren.

Das Blu-ray-Lager mit Unternehmen wie Panasonic , Philips und Sony erhofft sich Vorteile vom Europa-Start der PlayStation 3. Laut Frank Simonis, Chef des Förderkomitees der Blu-ray Disc Association (BDA), wollen einer Umfrage in den USA zufolge, 80 Prozent von 10 000 PS3-Käufern auch Blu-ray-Filme kaufen. Angeblich wollen 75 Prozent der Befragten die Konsole sogar nur für diesen Zweck einsetzen. Sony-Deutschlandchef Manfred Gerdes ist dabei nicht so optimistisch. Er bezweifelt, dass Käufer, die in erster Linie Filme sehen wollen, ihren Player mit dem Controller einer Spielkonsole bedienen werden.

Sony hat es sich zum Ziel gesetzt, bis Ende März weltweit insgesamt sechs Millionen Konsolen in die Haushalte zu bringen. Der Elektronikhersteller gewährte auf der CeBIT erste Einblicke auf die in Europa am 23. März offiziell startende PS3. Wie Nick Sharples von SCE ankündigte, sollen die ersten 50 000 Käufer mit einer Blu-ray Disc von „Casino Royal“ auf den Geschmack gebracht werden. Während sich die Konsole mit einem Preis von 600 Euro bis jetzt noch als günstigster Blu-ray-Player bezeichnen konnte, will Sony im Herbst auch einen reinen Player zum gleichen Preis anbieten.

Das HD-DVD-Konkurrenz-Lager um Toshiba , NEC und Microsoft nutzt den Preis inzwischen als Hauptargument für die eigenen Produkte. „Ein Hinderungsgrund für den Kauf eines Players ist für den Verbraucher zu allererst der Preis“, so Mark Knox, HD-DVD-Spezialist bei Toshiba. Mit dem externen Laufwerk für die Xbox 360 beginnt die HD-DVD-Preisspanne bereits bei 200 Euro. Player liegen zwischen 500 und 1000 Euro. Toshibas HD-EP10 soll ab Mai für rund 750 Euro zu haben sein. Neben dem Preis liegen die Unterschiede auch in der Speicherkapazität beider Formate. Während Blu-ray 50 Gigabyte bietet, kommt die HD-DVD mit bis zu 30 Gigabyte aus.

Branchenbeobachter glauben indes nicht an ein schnelles Ende des Formatstreits. „Es wird noch eine sehr lange Koexistenz geben - mit offenem Ende“, bestätigte Toshiba-Manager Eschholz.

0 Kommentare zu diesem Artikel
105634