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Wissenschaftler warnen vor Handyviren

Viren sind nicht nur ein Computerproblem, auch Handys könnten bald davon betroffen sein. Das haben US-Forscher der Northeastern University in einer Studie mit sechs Millionen anonymen Telefoniedaten herausgefunden. Sie warnen im Wesentlichen vor zwei Angriffsformen, die für moderne Smartphones gefährlich sind.

Hacker könnten die Bluetooth-Schnittstelle nutzen, um Schädlinge zu übermitteln. Das klappt aber nur im Umkreis von 10 bis 30 Metern, außerdem schalten die meisten Nutzer Bluetooth nicht dauerhaft ein. Eine weltweite Ausbreitung ist daher unwahrscheinlich, für gezielte Angriffe auf einzelne Firmen eignet sich diese Technik allerdings durchaus. Eine deutlich höhere Gefahr geht von MMS-Viren aus. Sie könnten sich über Kontaktdaten im Telefonbuch eines Nutzers selbständig weiterverbreiten und innerhalb kürzester Zeit zu einer weltweiten Epidemie führen. Eine Eindämmung wäre in diesem Fall auch deutlich schwieriger, schließlich sehen die Empfänger solcher MMS Freunde und Bekannte als Absender und öffnen sie daher unbesorgt. Auch eine Kombination aus Bluetooth- und MMS-Viren ist denkbar und wäre vermutlich am gefährlichsten.

Die Technik für derartige Angriffe gibt es schon länger, Experten wundern sich daher, dass es bislang nur zur regionalen Verbreitung von Handywürmern gekommen ist. "Sobald ein einzelnes Betriebssystem große Verbreitung findet, könnten wir potenziell Ausbrüche epidemischen Ausmaßes erleben", sagte Marta Gonzales, Mitautorin der im Science-Magazin veröffentlichten Studie und gibt damit gleichzeitig die Antwort. Nur etwa 13 Prozent aller Handys sind derzeit Smartphones, außerdem kämpfen mehrere mobile Betriebssysteme um die Vorherschaft. Beides könnte sich bald ändern. Verschiedene Studien gehen davon aus, dass es in wenigen Jahren höchstens noch drei Smartphone-Betriebssysteme geben wird, außerdem steigt die Zahl von Smartphones jährlich etwa um 150 Prozent. Die Virengefahr könnte dadurch sprunghaft ansteigen.

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