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Entwürdigende Patienten-Selfies mit WhatsApp verschickt

12.01.2016 | 15:11 Uhr |

Fünf Krankenpfleger müssen sich in Aachen wegen der Verbreitung entwürdigender Patienten-Fotos verantworten.

Am Dienstag begann vor dem Amtsgericht Aachen der Prozess für fünf ehemalige Krankenpfleger des Uniklinikums Aachen. Sie hatten sich zwischen Herbst 2013 und Sommer 2014 einen geschmacklosen Scherz erlaubt.

Insgesamt neun Patienten, die in diesem Zeitraum in die Notaufnahme eingeliefert wurden, sollen zu ihren Opfern zählen. Dement, betrunken oder narkotisiert waren sie den Pflegern hilflos ausgeliefert. Die Kläger wurden von ihnen entkleidet, bemalt und für Handyfotos in Pose gebracht.

In einer „Quatsch-Gruppe“ wurden die Bilder später über WhatsApp geteilt. Die Angeklagten – vier Männer und eine Frau – reden sich in ihren Geständnissen teilweise heraus. Einige der Bilder seien sogar mit Einverständnis der Patienten entstanden. Bei einer Verurteilung wegen „Verletzung des höchst persönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ drohen den Angeklagten Gefängnisstrafen von bis zu einem Jahr.

Derweil kann ein in einem Flugzeug aufgenommener Selfie teuer für den Fotografen werden. 50.000 Euro könnte seine Strafe lauten.

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