24.02.2009, 10:45

Panagiotis Kolokythas

Entwickler

Firefox 3.1 wäre ohne Tracemonkey bereits fertig

Firefox 3.1 wird die neue Javascript-Engine Tracemonkey enthalten, was auch ein Grund dafür ist, warum sich die Veröffentlichung der neuen Browser-Version immer wieder verzögert. Das sorgt auch für Unmut unter den Firefox-Entwicklern. Ein Entwickler schlägt nun vor, Firefox 3.1 mit abgeschaltetem Tracemonkey auszuliefern. Eine Maßnahme, die in der Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht so gut ankäme.
"Ohne Tracemonkey könnten wir Firefox 3.1 bereits jetzt ausliefern", schreibt der Entwickler David Baron in einem Beitrag im Entwickler-Forum. Stattdessen, so Baron weiter, stünde man wegen der neuen Javascript-Engine erst kurz davor, die Beta 3 von Firefox 3.1 zum Testen freizugeben. Die Veröffentlichung der neuen Firefox-Version habe sich nunmehr so lange verzögert, dass die finale Version von Firefox 3.1 zu einem Zeitpunkt erscheinen könnte, zu dem man ursprünglich bereits Firefox 3.2 ausliefern wollte.
Baron fordert daher zu überlegen, wie lange man noch die Veröffentlichung von Firefox 3.1 wegen Tracemonkey verschieben will. "Ich verstehe nicht, warum es besser sein sollte, Tracemonkey zum ersten Mal mit Firefox 3.1 im November 2009 auszuliefern und nicht mit Firefox 3.2 im November 2009", fordert Baron.
Graydon Hoare, der bei Mozilla an der Entwicklung von Tracemonkey mitarbeitet, antwortet Baron mit den Worten: "Ich muss hier zustimmen". Tracemonkey sei zwar eine coole Technologie, aber der Browser habe mehr zu bieten, als nur die neue Javascript-Engine. Andrerseits bestünde aber kein Grund, Tracemonkey zu entfernen. Stattdessen schlägt Hoare vor, Firefox 3.1 mit deaktiviertem Tracemonkey auszuliefern. "Abenteuerlustige Anwender können es dann einschalten", so Hoare. Es sei letztendlich nicht so, dass man für Tracemonkey einen offenen Test brauche, um Bugs zu finden.
Die Diskussion zeigt, dass Tracemonkey mehr Probleme bereitet, als die Firefox-Entwickler ursprünglich dachten. Mit der Streichung der neuen Javascript-Engine würde man sich nicht unbedingt einen Gefallen tun, denn nach der Veröffentlichung von Google Chrome, das die flotte Javascript-Engine V6 enthält, hatte Mozilla mit der Ankündigung von Tracemonkey reagiert. Mit Tracemonkey will Firefox schließlich die Krone des schnellsten Browsers wieder zurückerobern.
Mozilla hatte bei der Veröffentlichung von Firefox 3 seinerzeit erklärt, dass die neue Version 3.1 binnen weniger Monate folgen werden. Bereits im September 2008 zeichnete sich aber eine Verzögerung in der Entwicklung ab. Neben der neuen Javascript-Engine wurde schließlich auch eine Private-Browsing-Funktion angekündigt. Letztere war notwendig geworden, nachdem sowohl der Internet Explorer 8 als auch Google Chrome über eine solche Sicherheitsfunktion verfügen. Die erste Beta von Firefox 3.1 erschien schließlich Mitte Oktober 2008 und wurde im Dezember durch die zweite Beta-Version abgelöst. Anfang Februar wurde bekannt, dass sich die Fertigstellung der dritten Beta-Version verzögert.
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