06.12.2009, 14:32

pte

Enterprise 2.0

Führungskräfte fürchten flache Strukturen

Der Siegeszug des Web 2.0 sorgt in der Geschäftswelt für Verunsicherung. Während Mitarbeiter zunehmend auch am Arbeitsplatz Facebook, Twitter, Xing und Co nutzen, ruft die Kommunikationsrevolution in der Businesswelt immer noch Stirnrunzeln hervor.
So ist Business-Verantwortlichen die mangelnde Sicherheit ebenso ein Dorn im Auge wie die transparent und offen gestaltete Kommunikation, die nicht so recht zu straffen Business-Hierarchien passen will. "In den Führungsetagen herrschen gewisse Ängste, dass durch die transparente Kommunikation hierarchische Wege verkürzt werden und flache Gemeinschaften entstehen. Die totale Offenheit der Kommunikation wird zudem problematisch, wenn es um sensible interne Informationen und Firmengeheimnisse geht", erklärt René Stocker, CEO des Lösungsanbieters Enterprise Know How, im Gespräch mit pressetext. Die bewusst flachen Strukturen - Stichwort Bottom-up statt Top-down - sieht der Enterprise-2.0-Experte allerdings nicht als Problem. "Erstens kann man diese Hierarchien heute schon gut in entsprechenden Plattform-Lösungen abbilden und etwa geschlossene Communities für die Führungsetage integrieren, sodass auch diese vom Social Networking profitiert. Zweitens werden die bestehenden Entscheidungsstrukturen durch die veränderten Arbeitsprozesse auch nicht automatisch untergraben", glaubt Stocker. Denn ob eine innovative Idee in ein tatsächliches Projekt oder Produkt münde, werde auch im Enterprise-2.0-Zeitalter immer noch von oben abgesegnet, ist Stocker überzeugt.
Dass die neuen Web-2.0-Kommunikationsformen auch im Geschäftsalltag einen potenziellen Nutzen bieten, ist mittlerweile unbestritten. Das zeigt etwa das große Interesse, das derzeit Google Wave von Unternehmerseite entgegengebracht wird und sogar traditionelle Hersteller wie SAP zu gemeinsamen Testprojekten animiert. Und auch bei Veranstaltungen wie dem kürzlich in Frankfurt abgehaltenen Enterprise 2.0 Summit geht es nicht um die Frage "ob", sondern "wie" man die neuen Möglichkeiten optimal einsetzen kann.
"Unternehmen beginnen zu verstehen, dass das Web 2.0 nicht nur eine private Kommunikationsverbesserung darstellt, sondern auch in der Geschäftswelt genutzt werden kann, um sich über fachliche Interessen auszutauschen, gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten oder ein offenes Brainstorming durchzuführen", meint Stocker. Während Google noch überlegt, Unternehmen bei Google Wave zukünftig den Einsatz von eigenen Servern zu erlauben, ist diese Option bei modernen Enterprise-2.0-Lösungen bereits verfügbar. "Sobald Unternehmen diese physische Sicherheit haben, dass ihre interne Firmenkommunikation nicht auf öffentliche Server verlagert wird, wird auch die Akzeptanz für die modernen Kommunikationsmethoden steigen", sagt Stocker.
Er empfiehlt Unternehmen, sich Schritt für Schritt mit dem Enterprise-2.0-Zeitalter vertraut zu machen. Zuerst könne man die neuen Möglichkeiten innerhalb des Unternehmens und mit ausgewählten Projektpartnern üben. In weiterer Folge biete der Einsatz derartiger Technologien aber selbstverständlich interessante Einsatzfelder in der Kundenkommunikation. "Davon können Unternehmen jeder Größe profitieren, zumal sich zugriffssichere Portallösungen auch im Cloud Computing Modus gut auf die jeweiligen Bedürfnisse zuschneiden lassen", so Stocker im pressetext-Interview. (pte)
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