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Enkel nutzte Imesh: Opa soll 600.000 US-Dollar Strafe zahlen

03.11.2005 | 16:14 Uhr |

Ein damals 12-jähriger Junge hatte über die Tauschbörse Imesh vier Filme herunter geladen. Nachdem eine Einigung mit dem US-Filmverband MPAA scheiterte, wurde der Großvater des Jungens nun vor einem US-Gericht verklagt. Er soll bis zu 600.000 US-Dollar Strafe zahlen.

Der 67-jährige Großvater hatte sich laut US-Medienberichten im März geweigert, der MPAA (Motion Picture Association of America) die Summe von 4000 US-Dollar zu zahlen. Der US-Filmverband hatte diese Summe als Vorschlag zur Einigung in dem Fall vorgeschlagen.

Am vergangenen Dienstag reichte die MPAA nun eine Klage gegen den Großvater, Fred Lawrence, vor Gericht ein und verlangt bis zu 600.000 US-Dollar Schadensersatz dafür, dass der Enkel vier Filme über die Tauschbörse herunter geladen hatte.

"Ich persönlich habe es nicht getan und ich würde es auch nicht tun. Aber ich denke nicht, das es was anderes war, als ein unschuldiger Fehler meines Enkels", so Lawrence. Im nachhinein bereut es Lawrence, dass er der Einigung im März nicht zugestimmt habe.

Laut Angaben von Lawrence habe sein Enkel die Filme "The Incredibles", "I, Robot", "The Grudge" und "The Forgotten" im vergangenen Dezember von dem PC des Opas über Imesh bezogen, ohne dass dem damals 12-jähigen bewusst gewesen sei, dass er etwas illegales tue. Der Junge habe die Filme einfach nur aus Neugier herunter geladen und anschließend sofort gelöscht. Ohnehin habe die Familie drei der Filme bereits auf DVD besessen.

Die 4000 US-Dollar habe Lawrence nicht zahlen wollen und können, weil in der Familie das Geld knapp sei. "Ich war niemals und werde niemals wohlhabend sein", sagte Lawrence dem Journal Sentinel Milwaukee . Außerdem habe ein Anwalt Lawrence erklärt, dass die MPAA nur drohe und es nicht zu einem Verfahren kommen lassen würde. Im Rückblick, so Lawrence, muss er "naiv" gewesen sein, die Konsequenzen nicht richtig eingeschätzt zu haben.

Die MPAA bleibt trotz der Situation des Großvaters hart und will den Fall durchfechten. "Wir fordern von niemandem Sympathie. Wir fordern, dass die Leute die Konsequenzen von Internet-Piraterie verstehen", sagte eine Sprecherin der MPAA. Das Problem sei, dass die Filme, die der Junge herunter geladen hatte, für tausende andere Nutzer von Imesh verfügbar gewesen seien. Es müsste allen klar werden, dass man als Nutzer einer Tauschbörse nicht anonym handelt, sondern jederzeit zur Rechenschaft gezogen werden könnte.

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