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IT-Branche schaltet auf grün

Mit dem Schlagwort Green IT versuchen derzeit vor allem große Infrastrukturhersteller zu punkten. Im besonderen Fokus stehen der Energieverbrauch und eine verbesserte Auslastung der Systeme.

Von Frank Niemann und Klaus Gottschalk

Laut aktuellen Zahlen von IDC kommen zu jedem Dollar, der für Hardware ausgegeben wird, 50 Dollar-Cent für Energie und Kühlungskosten. Ein Umdenken in der Branche ist zu bemerken, zumal IDC vorrechnet, dass bei effizienter Nutzung der Ressourcen 40 Prozent Einsparung möglich sind.

IBM hat sein "Energy Efficiency Assessment" vorgestellt. Damit sollen Unternehmen unterstützt werden, die Kosten ihres Rechenzentrums zu erfassen und Verbesserungspotenzial zu lokalisieren. Vor allem wird gezeigt, dass der Energieverbrauch gesteuert werden kann. Energiefressende Verbraucher werden entlarvt, für die es bisher keine übergeordnete Kostenverantwortung gibt. "Wir decken damit auf, was ansonsten unsichtbar ist", sagt Johannes Koch, Manager IT-Dienstleistungen bei IBM Österreich. Das Assessment umfasst die Analyse und Bewertung der IT-Infrastruktur sowie von Räumen und Gebäuden unter Berücksichtigung aller Faktoren als mögliche Verursacher von Ineffizienzen. Aufgespürt werden Schwachstellen wie Hotspots, verlegte Lüftungsquerschnitte, ineffiziente Infrastrukturkomponenten ebenso wie Schwächen im Raumlayout.

Der europäische IT-Anbieter Fujitsu Siemens Computer (FSC) steht sparwilligen Unternehmen ebenfalls mit Analysen der eingesetzten IT zur Seite. "Seit eineinhalb Jahren steht Green IT bei uns deutlich im Vordergrund, zumal wir auf diesem Sektor seit Jahren führend sind", betont Bernd Bischoff, CEO von Fujitsu Siemens Computer. Die FSC-Lösungen verschaffen Unternehmen mit Virtualisierungstechnologien Spielraum, um gesteigerten Anforderungen an die IT zu begegnen. "Viele Rechenzentren sind randvoll mit Technik, und bei einem notwendigem Ausbau fehlt schlicht der Platz. Der Neubau ist teuer. Mit unserem System sparen Kunden rund zwei Drittel des bisherigen Raumes und reduzieren den Energie- sowie Kühlungsaufwand um die Hälfte", so Bischoff.

Green IT beschränkt sich jedoch nicht allein auf Energie und Kühlung, eine wichtige Rolle spielen auch verwendete Materialien in der Produktion. Nicht nur aufgrund der Greenpeace-Initiative für Grüne Elektronik ist es im vergangenen Jahr zu einem Umdenken in der Branche gekommen. Hersteller von Elektronikprodukten haben angekündigt, Materialien wie PVC und bromhaltige Flammschutzmittel aus ihrer Produktion zu verbannen. "Wir löten bereits seit 2001 bleifrei und damit schon deutlich länger, als es die EU-Vorgaben erfordern", streicht Bischoff das Engagement seines Unternehmens hervor.

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