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Ende des Co-Shoppings?

17.01.2001 | 12:20 Uhr |

Die anhaltende Dot-Com-Krise erfasst mittlerweile immer mehr Geschäftsbereiche im Internet. Nachdem vor wenigen Tagen der amerikanische Co-Shopping Marktführer Mercata ankündigte, seinen Service einzustellen, wird auch der Konkurrent MobShop sein Angebot im Endkundengeschäft einstellen. Aber auch in Europa haben Firmen wie Letsbuyit.com zu kämpfen.

Nach der Mercata-Pleite und MobShops Neuorientierung scheint die Zukunft von Online-Co-Shopping-Anbietern weiter zweifelhaft: Noch im letzten Jahr war bereits LetsBuyIt.com in die Knie gezwungen worden. Das am Neuen Markt notierte Unternehmen sucht derzeit verzweifelt nach neuen Financiers. Ende Dezember hatte die Firma mit Sitz in Amsterdam einen Zahlungsaufschub beantragt und wurde vom Handel ausgesetzt.

Bislang hat die Firma mit dem Ameisenlogo jedoch noch keinen Käufer gefunden. Angebliche Gespräche mit dem französischen Online-Händler Dealpartners.com oder dem norwegischen Pendant CoShopper blieben bislang ohne Ergebnis. Die Aktie von Letsbuyit hat demzufolge auch herbe Verluste hinnehmen müssen und zählt zu den ersten "Penny-Stocks" des Neuen Marktes, das heißt, die Aktie kostet weniger als einen Euro.

"Konsumenten haben sich nie ganz mit dem Konzept des Co-Shopping angefreundet", kritisierte gestern Robert Parker, Analyst bei AMR Research in Boston. "Was bisher fehlte, ist mehr Zusammengehörigkeitsgefühl unter Kaufinteressenten - etwa wie bei Gemeinschaftskäufen von Harley-Fans oder ähnlichem."

MobShop-Geschäftskunden sollen allerdings weiterhin die Möglichkeit haben, über Gruppenrabatte Waren günstiger einkaufen zu können. An dem Online-Unternehmen aus San Francisco ist unter anderem auch Netscape-Gründer Marc Andreesen beteiligt. (PC-WELT, 17.01.2001, jas/ mp)

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