162956

Eltern sollten Spielverhalten der Kinder am PC im Auge haben

Eltern sollten das Spielverhalten ihrer Kinder am Computer gut im Blick behalten.

Sie sollten einschreiten, wenn ihr Nachwuchs ausufernd mit Computerspielen beschäftigt ist oder bevorzugt gewalttätige Titel spielt. Das sagte Prof. Jürgen Fritz, Leiter des Forschungsschwerpunkts " Wirkung virtueller Welten " an der Fachhochschule Köln, in einem dpa/gms-Gespräch. Diese Art der Kontrolle sei wichtiger als Änderungen beim Jugendschutz oder staatliche Verbote einzelner Computerspiele, wie sie zuletzt von Unionspolitikern der großen Koalition ins Gespräch gebracht wurden.

Die Verantwortung dafür, wie intensiv Kinder und Jugendliche am Rechner spielen und welche Titel sie dazu auswählen, hätten vor allem die Erziehungsberechtigten, betont Fritz. Dabei hält der Forscher ausuferndes Computerspielen für weitaus bedenklicher als das Spielen so genannter Ballerspiele: "Der Computerspieler verbleibt in der virtuellen Welt", erklärt Fritz. Das gehe zu Lasten sozialer Kontakte in der Wirklichkeit und führe häufig dazu, dass Kinder ihre Pflichten und Aufgaben vernachlässigen - beispielsweise Schulaufgaben.

In so einem Fall sollten Eltern "partnerschaftlich" mit ihren Kindern reden und nach den Gründen fragen, warum sie gerade dieses Spiel so häufig spielen. Dazu könnten sie durchaus mal mitspielen.

Zu beachten sei, dass die Auslöser oft nicht sofort erkannt werden: "Exzessives Spielen oder das Spielen von Gewaltspielen sind nur Symptome einer dahinter liegenden sozialen Problematik", erklärt Fritz. Häufig suchten Kinder auf diese Weise nach Erfolgserlebnissen, die ihnen in der realen Welt verwehrt blieben.

Nimmt das Spielverhalten Formen einer Sucht an, hilft laut Prof. Fritz nur ein klarer Schnitt. Eltern sollten dann Zeitlimits oder einen kompletten Spielverzicht vereinbaren. Dabei sei jedoch Einsicht wichtig: "Das Kind muss selbst einsehen, dass das Computerspiel ihm Lebenszeit weg nimmt", sagt Fritz. Ein kleiner Trick mache die Erkenntnis leichter - wenn der starke Reiz des Computerspiels durch einen noch stärkeren Reiz ersetzt wird. Bei vielen jugendlichen Exzessiv-Daddlern geschieht diese Entwicklung laut Prof. Fritz automatisch: wenn sie eine feste Freundin oder einen Freund haben.

Verbot von Killerspielen: BIU bezieht Stellung (PC-WELT Online, 22.11.2005)

0 Kommentare zu diesem Artikel
162956