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Elektroschrott: Zwei Drittel werden nicht recycelt

05.09.2015 | 05:02 Uhr |

Einer aktuellen Studie zufolge landen zwei Drittel des Elektroschrotts aus der EU nicht auf dem Recycling-Hof.

Die Forschungsgruppe CWIT (Countering WEEE Illegal Trade) hat in einer aktuellen Studie ( PDF ) die Wege von Elektroschrott in der Europäischen Union untersucht und kam dabei zu erschreckenden Ergebnissen.

So generierten die EU-Länder im Jahr 2012 rund 9,5 Millionen Tonnen Elektroschrott. 6,2 Millionen Tonnen alte Handys, Fernseher und Haushaltsgeräte landeten aber nicht dort wo sie sollten – in offiziellen Sammelstellen oder Recycling-Systemen. Der Studie zufolge wurde ein Großteil des Elektroschrotts einfach in den Müll geworfen, unsachgemäß wiederverwertet oder illegal exportiert.

Die Ressourcen, die die EU-Länder damit verschwendet haben, würden laut Pascal Leroy vom WEEE Forum eine zehn Meter hohe Mauer ergeben, die von Oslo bis in die Stiefelspitze von Italien reicht. Ein Teil davon wurde laut der Studie aus Europa ausgeführt. Ein noch viel größerer Teil sei einfach auf der Deponie gelandet, um die hohen Recycling-Kosten zu umgehen.

Jeder Deutsche für mehr als 23 Kilogramm Elektroschrott verantwortlich

Viele der in den Elektrogeräten verbauten Rohstoffe seien hingegen auch von Plünderern ausgebaut worden, noch bevor der Elektroschrott die Abgabestellen erreicht hätte. Den Wert der fehlenden Materialien schätzt die CWIT auf 800 Millionen bis 1,7 Milliarden Euro. Die CWIT schlägt gleich mehrere Lösungsansätze vor. So könnte ein EU-weites Verbot von Wertstoff-Transaktionen mit Bargeld beispielsweise Plünderer fernhalten. Auch einheitliche Regelungen könnten das Problem eindämmen.

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