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Elektro-Auto verliert deutlich Batterie-Kapazität nach 3 Jahren

28.11.2014 | 14:35 Uhr |

Ein Langzeittest des ÖAMTC liefert ein wenig erfreuliches Ergebnis: Nach drei Jahren und 40.000 gefahrenen Kilometern hat ein Mitsubishi i-MiEV 17 Prozent seiner Batterie-Kapazität verloren. Die Tester befürchten einen ähnlich gravierenden Kapazitätsverlust auch bei anderen Elektro-Autos.

Dieses Testergebnis dürfte den ohnehin lahmenden Verkauf von Elektro-Autos kaum beflügeln: Der österreichische Automobilclub hat die Batterien des Elektro-Autos Mitsubishi i-MiEV einem Langzeittest unterzogen. Mitsubishi hatte den i-MiEV Ende 2010 als eines der ersten Serien-Elektroautos der Welt in den Verkauf gebracht. Der ÖAMTC, das österreichische Partnerclub des deutschen ADAC, besorgte sich einen u-MIEV für einen Langzeittest und ließ in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Wien im Jahr 2011 dessen Reichweite auf einem Rollenprüfstand ermitteln.

Im Jahr 2014 wiederholten die Wiener den Test auf dem Rollenprüfstand der TU. Seit dem ersten Test hat der Elektro-Flitzer mit dem etwas unglücklich gewählten Namen 40.000 Kilometer im Straßenverkehr zurückgelegt.

Das Ergebnis: Die nutzbare Batterie-Kapazität des Testwagens ist um 17 Prozent gesunken. "Das bedeutet, dass man im Alltag nur mehr 90 Kilometer statt ursprünglich 108 Kilometer weit kommt, bevor die Batterie aufgeladen werden muss", sagt ÖAMTC-Experte Kerbl zusammen.

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Das gleiche Bild ermittelten die Experten beim ebenfalls auf dem Rollenprüfstand durchgeführten Versuch einer fiktiven Konstantfahrt mit 50 Stundenkilometer: Statt der 165 Kilometer beim ersten Test 2011 liegt die Reichweite jetzt nur noch bei 137 Kilometern. Wichtig für Fahrer eines BMW i3, eines Elektro-Smart oder eines e-Golf: Aufgrund ähnlicher Batterie-Technologien sei laut ÖAMTC zu erwarten, dass der Kapazitätsverlust bei anderen Herstellern ähnlich hoch ausfalle.

„17 Prozent Einbuße in drei Jahren klingt zunächst nach wenig. Allerdings kann die Batterie nicht bis zum Ende ihrer Reserven im Einsatz bleiben, man will ja keinen Totalausfall während der Fahrt riskieren", stellt der ÖAMTC-Techniker klar. "Die meisten Hersteller schreiben daher schon bei 20 bis 30 Prozent Kapazitätsverlust den Tausch einzelner Zellen oder des ganzen Akkupacks vor." Das Problem dabei: Fällt der Tausch nicht mehr in die Garantie-Zeit (beim i-MiEV beträgt sie fünf Jahre) muss der Kunde tief in die Tasche greifen. "Damit ist und bleibt die Batterie von Elektro-Fahrzeugen die große Herausforderung. Wenn die Hersteller hier nicht effizienter werden, ist sie weiterhin das teuerste Ersatzteil im E-Auto", hält Kerbl abschließend fest.
 
 
 

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