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Electronic Arts distanziert sich von Waffen-Herstellern

10.05.2013 | 05:34 Uhr |

In den letzten Jahren arbeitete der Videospielhersteller Electronic Arts eng mit der Waffen-Industrie zusammen. Mit dieser Zusammenarbeit soll nun jedoch Schluss sein. Dennoch will Electronic Arts nicht auf echte Waffen-Modelle in künftigen Spielen verzichten.

Videospieler, die sich mit Titeln wie Battlefield 3 oder Medal of Honor beschäftigen, werden dort immer wieder auf Schusswaffen der Marken Walther, Remington oder Barrett stoßen. Dabei handelt es sich nicht um fiktive Waffen, sondern um lizenzierte Modelle, die ihren realen Vorbildern täuschend ähnlich sehen. Um diese Modelle verwenden zu dürfen, zahlt Electronic Arts einen Obolus an die Waffen-Industrie. Jetzt möchte die Firma jedoch derartige Zahlungen einstellen.

In den USA gilt das Prinzip des "Fair Use", das eine angemessene Nutzung von geschütztem Material erlaubt, zumindest wenn sie der Anregung geistiger Produktionen dient. Zu diesen geistigen Produktionen zählen neben Filmen auch Videospiele. Daher vertritt Electronic Arts nun den Standpunkt, dass für die Verwendung der besagten Schusswaffen keine Lizenzgebühren anfallen würden. Frank Gibeau, Präsident von Electronic Arts, führte hier einen Vergleich zum Buchmarkt an. Ein Autor müsse auch keine Gebühren zahlen, wenn er in seinem Roman den Begriff "Colt" verwende.

Eigenbau: Erste Handfeuerwaffe aus dem 3D-Drucker

Zuletzt wurde von Seiten der Politik und der National Rifle Association, der Waffenlobby-Organisation in den USA, Kritik an der Videospiel-Industrie laut. Den Herstellern von Videospielen wurde vermehrt eine Mitschuld an den anhaltenden Problemen im Umgang mit Waffen vorgeworfen. Laut Frank Gibeau stünden diese Vorwürfe jedoch nicht im Zusammenhang mit der Kündigung der Zusammenarbeit mit den Waffen-Herstellern.

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