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Eintrittskarten aus dem Internet

10.04.2001 | 11:28 Uhr |

Nie wieder warten: Eine halbe Stunde an der Kinokasse warten, und dann ist am Ende noch die letzte Karte weg. Ein Patent soll nun Abhilfe schaffen: Die gewünschte Eintrittskarte soll damit am heimischen PC ausgewählt und ausgedruckt werden können - fälschungssicher.

Nie wieder warten: Eine halbe Stunde an der Kinokasse warten, und dann ist am Ende noch die letzte Karte weg. Christoph Busch vom Fraunhofer-Institut für grafische Datenverarbeitung in Darmstadt ist überzeugt, dass sein Patent für eine fälschungssichere Eintrittskarte per Internet ein Renner wird.

Das System könnte für Eintrittskarten die Bedeutung erlangen, die das Datenkompressionsprogramm MP3 für die Musiküberspielung hat.

Das Prinzip: Elektronische Verschlüsselung gepaart mit einem Barcode, jener Strichfolge, mit der auch Lebensmittel an der Kasse abgerechnet werden. Allerdings hat Busch auf den so genannten zweidimensionalen Code zurückgegriffen, bei dem die Striche in einem rechten Winkel übereinander liegen. So können dort wesentlich mehr Informationen untergebracht werden.

Das quadratische Webmuster soll nun die Eintrittskarten der Zukunft prägen. Ein Scanner an der Eingangstür zur gewünschten Veranstaltung soll sofort erkennen können, wann das Ticket gekauft und ob es schon einmal vorgezeigt wurde. Die Karten können mit jedem Drucker ausgedruckt werden. Sie können gefaxt werden und sind selbst in zerknittertem Zustand noch eindeutig zu identifizieren.

Im Kulturzentrum "Centralstation" in Darmstadt hat diese Zukunft bereits begonnen. "Dort kann ich noch eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn eine Karte aus dem Internet ausdrucken lassen", begeistert sich Busch.

"Natürlich versuchen immer wieder Besucher, mit einer kopierten Karte herein zu kommen, vor allem bei ausverkauften Veranstaltungen", erzählt Marschall. Sie werden dann freundlich an die Kasse geschickt und müssen sich dort unangenehmen Fragen stellen. "Von 50 Betroffen kommt nur einer unten an, die anderen geben ihr Vorhaben auf", sagt Marschall. Den Code zu knacken, hält er für fast unmöglich. "Dafür müssten alle Rechner der Welt drei Jahre lang rechnen, und dieser Aufwand ist für eine Eintrittskarte wohl nicht angemessen."

Das Patent hat sich die Münchner Firma "Net-Up" gesichert, der Marschall als Berater zur Seite steht. Einige kleine Kulturträger wie das E-Werk in Nürnberg oder die Pasinger Fabrik in München vertrauen auf die Innovation. Mit der "Körperwelten-Ausstellung" in Berlin hat sich bereits auch ein prominenter Kunde gefunden. "Wir stehen im Moment außerdem mit einem der beiden großen Ticketverkäufer in Deutschland in Verhandlungen", so Marschall.

Finanziert wird das System weitgehend durch den Kartenverkauf. Rund 1,50 Mark pro Ticket gehen an "Net-Up" und einige Pfennige an das Fraunhofer-Institut, erklärt Marschall: "Die Kunden merken davon nichts, die Karten werden weder billiger noch teurer." (PC-WELT, 10.04.2001, dpa/ ml)

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