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Eingebettete Youtube-Videos könnten illegal sein

19.04.2013 | 13:21 Uhr |

Das Einbetten von Youtube-Videos auf anderen Websites könnte nach einer ersten Einschätzung des Bundesgerichtshofs gegen Urheberrechte verstoßen. Eine Entscheidung darüber soll am 16. Mai fallen.

In einer mündlichen Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) deutete der zuständige Richter Joachim Bornkamm am Donnerstag an, dass das Einbetten von Youtube-Videos auf Websites gegen Urheberrechte verstoßen könnte, wenn das Einbinden der Videos - auch Framing genannt - ohne Zustimmung des Urhebers erfolge. Am 16. Mai will der BGH nun seine Entscheidung zu dem Fall verkünden.

Im betreffenden Fall hatte der Kläger auf Youtube ein Video hochgeladen, dass vom Verklagten auf dessen Seite eingebunden worden war. Nach Ansicht des Richters haben eingebettete Videos eine andere Qualität als reine Links. Der Anwalt des Beklagten vertritt dagegen die Ansicht, dass jeder, der ein Video auf Youtube hochlädt, damit rechnen muss, dass dieses Video auf einer Website eingebunden werden könnte. Youtube selbst bietet nämlich bei Videos einen Codeschnipsel an, den man zum Einbinden des Videos auf der eigenen Seite verwenden kann. Die Videos selbst verbleiben dabei auf den Servern von Youtube.

Strittig ist nun aber die Frage, ob derjenige, der das Video von Youtube auf seiner Seite einbindet, es damit auch rechtlich öffentlich zugänglich macht, denn dem müsste der Urheber zunächst zustimmen. Andrerseits kann jeder, der ein Video bei Youtube hochlädt, in den Einstellungen festlegen, dass das Video nicht auf anderen Seiten eingebetteten werden darf. Wieso das der Kläger in dem betreffenden Fall nicht gemacht hat, ist nicht bekannt.

Die Entscheidung in dem Fall will der Bundesgerichtshof nun am 16. Mai verkünden. Es könnte aber auch sein, dass der Fall vom Bundesgerichtshof an den Europäischen Gerichtshof weitergeben wird

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