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Ein unterlassener Klick verursachte Flugzeugabsturz

01.07.2006 | 14:12 Uhr |

Eine Fehleingabe brachte eine Frachtmaschine zum Absturz, bei dem alle sieben Crewmitglieder getötet wurden. Mangelnde Ausbildung und Übermüdung im Team waren weitere Gründe, dies stellten kanadische Sicherheitsexperten kürzlich fest.

Aus dem finalen Report der Flugsicherung zum Absturz der 747 Transportmaschine in Halifax am 14. Oktober 2004 geht hervor, dass ein Crewmitglied durch das Nichtanklicken eines Icons in einer Software die Katastrophe verursacht haben soll. So wurde versehentlich das Gewicht des letzten Starts übernommen – über 100 Tonnen zu wenig. Damit wurde die für das Abheben notwendige Leistung der Turbinen falsch berechnet, was in einem Absturz kurz hinter der Landebahn resultierte.

Die Flugsicherung fordert die Airlines dazu auf, ihre Transportmaschinen mit Systemen auszustatten, die die Crew bei derartigen Falscheingaben informieren sollen. Die Angehörigen der Opfer machen hingegen die zu geringe Ausbildung des Teams für das Unglück verantwortlich. So würden die Mitarbeiter im Umgang mit derartigen Programmen nicht ausreichend geschult. Die Behörden gehen davon aus, dass das involvierte Crewmitglied nur in geringem Maße mit der Software vertraut war. Gerade bei Programmen, die dem Menschen eine derartige Verantwortung abnehmen, wäre eine überdurchschnittliche Erfahrung der Mitarbeiter angeraten.

Als weitere Ursache wird die Übermüdung der Mitarbeiter angeführt. So wäre es bei der aus Ghana stammenden Airline die Regel, dass das siebenköpfige Team 24 Stunden lang im Dienst sei. Im Falle des Absturzes von Halifax war der Pilot bereits 19 Stunden am Steuer, bis zur geplanten Ankunft in Luxemburg wären es sogar 30 Stunden gewesen.

Die betroffene Airline weißt die Anschuldigungen jedoch weitestgehend zurück, da es keine Aufzeichnungen des Flugschreibers gegeben habe, die Klarheit verschafft hätten. Auch die für die Ausbildung der Mitarbeiter verantwortliche Firma besteht darauf, dass das Training ausreichend gewesen sei. So habe man eng mit den Entwicklern der Software zusammengearbeitet und ein eigenes Trainingsprogramm erstellt.

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