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Ein Jahr auf Bewährung für Dialer-Betrug

08.06.2005 | 13:32 Uhr |

Die Dialer-Abzocke der Skandinavien-Connection führt zu einem ersten Gerichtsurteil.

Wegen der betrügerischen Machenschaften der Firma Hanseatische Abrechnungssysteme (HAS) wurde deren Geschäftsführer von einem Hamburger Amtsgericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Verurteilte verzichtete auf eine Berufung und somit ist das Urteil rechtskräftig.

Die HAS wird zur so genannten "Skandinavien-Connection" gerechnet, einem internationalen Ring krimineller Geschäftemacher. Über präparierte Web-Seiten und mit Hilfe eines darüber eingeschleusten Trojanischen Pferds wurde ein Dialer installiert, der heimlich eine Festnetznummer in Frankfurt am Main anwählte und Seiten mit Porno-Bildern in den Browser-Cache lud. Die Täter ermittelten mit der Rückwärtssuche gewisser Telefon-CDs die Adressen der Opfer und verschickten insgesamt mehr als 200.000 Rechnungen über 69,95 EUR für ein angebliches Porno-Abonnement.

Der verurteilte Matthias M. soll als fest angestellter Geschäftsführer der HAS ein festes Gehalt bezogen haben und nicht am Gewinn beteiligt gewesen sein. Er ist geständig und will sich für weitere Gerichtsverfahren als Zeuge zur Verfügung stellen. Derzeit laufen Ermittlungen gegen zumindest sechs weitere Beteiligte.

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