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Eigentor: Microsoft unterliegt erneut gegen Lindows

17.05.2002 | 10:23 Uhr |

Der Versuch von Microsoft, die Macher des Lindows-Projekts zur Aufgabe ihres Namens zu zwingen, ist jetzt jäh gescheitert. Die Redmonder hatten plädiert, dass Windows ein eingetragenes Markenzeichen sei und Lindows diesem Markenzeichen zu sehr ähnle. US-Bezirksrichter John Coughenour sah dies anders.

Der Versuch von Microsoft, die Macher des Lindows-Projekts zur Aufgabe ihres Namens zu zwingen, ist jetzt jäh gescheitert. Die Redmonder hatten plädiert, dass Windows ein eingetragenes Markenzeichen sei und Lindows diesem Markenzeichen zu sehr ähnle. US-Bezirksrichter John Coughenour in Seattle stellt nun fest: der Begriff Windows gehört zur Alltagssprache und wies die Klage ab.

In seiner siebenseitigen Urteilsbegründung gibt Richter Coughenour an, er habe Zeitungsartikel, Werbeanzeigen und Definitionen in Lexikas durchstöbert, um genaueres zum Begriff "Windows" herauszufinden.

Das stärkste Argument für Richter Coughenour lieferte allerdings Microsoft selbst: in einem von den Redmondern herausgegebenen Computer-Lexikon wird der Begriff "Windows" als generisch bezeichnet.

Auch in der Zeugenaussage von Microsoft und in Unternehmens-Zitaten zum Ur-Windows "Windows 1.0" deute alles darauf hin, dass dem Begriff "Windows" schon lange vor den Microsoft-Betriebssystemen die Bedeutung zukam, die jetzt Microsoft beansprucht. "Konsumenten nutzen Begriffe wie 'Windows', 'Window' und 'Windowing' wenn sie eine grafische Programmoberfläche meinen", so Richter Coughenour.

"Microsoft hat die Granate selbst scharf gemacht und der Richter hat sie dazu gebracht, sie zu schlucken", kommentierte Lindows-Chef Michael Robertson das Eigentor von Microsoft.

Die Details zu dem Gerichtsverfahren finden Sie auf dieser Website Hier kann auch die Urteilsbegründung heruntergeladen werden.

Website von Lindows

Lindows weist Microsofts Klage zurück (PC-WELT Online, 15.01.2002)

Microsoft verklagt Lindows-Macher (PC-WELT Online, 21.12.2001)

Lindows: Marketing-Gag oder ernsthafte Konkurrenz? (PC-WELT Online, 25.10.2001)

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