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Owncloud mit granularer Rechtevergabe und Dropbox-Einbindung

02.07.2013 | 15:09 Uhr |

Owncloud hat kürzlich ownCloud 4.5 veröffentlicht. Wesentliche Neuerungen der Cloud-Alternative zu Dropbox oder Box.net sind die granulare Rechtevergabe, die Einbindung externer Cloudspeicher und die Versionierung. Bei der Community Version von Ownlcoud gibt es seit März die Version Owncloud 5.0.

Mit Owncloud können Sie Ihre eigene Cloud einrichten, um damit Adressen, Termine, Bilder, Office-, Video- und Audio-Dateien zu teilen und zu synchronisieren, die sie auf eigenen Festplatten oder bei einem Hosting-Dienstleister gespeichert haben. Unabhängig von bekannten Lösungen wie Dropbox oder Google Drive. Hier finden Sie zunächst Infos zur Business-Version von Owncloud. Weiter unten finden Sie Infos zur neuen Version 5.0 der Community Version von Ownlcoud . Diese bekommt meist als erstes neue Funktionen verpasst. Wenn diese zuverlässig funktionieren, wandern Sie dann in die Business-Variante. Eine Vergleichstabelle mit Business-RelevantenFunktion finden Sie hier .

Owncloud läuft auf jedem Windows- oder Linux-PC und auf jedem MacOS und natürlich auch auf allen bekannten Windows- und vor allem Linux-Serversystemen. Voraussetzung ist ein lauffähiger Webserver (wie der Apache) und eine PHP-Installation. Als Datenbanken müssen entweder MySQL oder SQlite vorhanden sein – letzteres könnte für den Heimanwendereinsatz durchaus ausreichen. In Unternehmen und bei öffentlichen Einrichtungen ist MySQL ohnehin oft üblich.

Zielgruppe für Owncloud sind entweder ambitionierte Privatanwender, die Owncloud zu Hause installieren. Oder Unternehmen und öffentliche Einrichtungen (wie beispielsweise Universitäten), die ihren Mitarbeitern und Kunden einen eigenen Cloudspeicher anbieten wollen, um Datenschutzaspekten Rechnung zu tragen. Denn Kundendaten und sensible Entwicklungs- oder Businesspläne haben nicht unbedingt etwas in der Dropbox auf Servern irgendwo im Ausland zu suchen. Darüber hinaus können Webhoster Owncloud auch auf ihrem Webspace installieren und dann ihren Nutzern anbieten.

Lesetipp: Mit Owncloud eigene Cloud einrichten

Wenn Owncloud einmal läuft, können Sie den Cloud-Speicher wie jeden anderen Online-Speicher à la Dropbox oder Strato Hidrive verwenden und beispielsweise über das Webfrontend im Browser Datei hochladen oder den Cloudspeicher via WebDAV als Netzlaufwerk einbinden. Seit einiger Zeit gibt es zudem Apps für iOS und Android, um auf dem owncloud-Speicher zugreifen zu können. In Owncloud stehen Ihnen zudem ergänzende Anwendungen wie ein Media-Player, ein PDF-Viewer und ein Text-Editor mit Syntax-Highlighting für diverse Programmiersprachen zur Verfügung.

Neu in owncloud 4.5 sind unter anderem folgende Funktionen:

* schnellere Synchronisierung: Ab sofort erhält jede Version eines Ordners oder einer Datei eine eindeutige Kennung (“unique ID”) an Stelle eines einfachen “Zeitstempels”. Bei der Synchronisierung werden die IDs miteinander verglichen. Da nur noch die Dateien übertragen werden, bei denen sich die Kennung geändert hat, kann wesentlich schneller synchronisiert werden. Hinweis: Damit die neue Synchronsiation sauber funktioniert, brauch man die Client-Version 1.1.0. ownCloud 4.5 funktioniert auch mit Client 1.0.x, aber dann könnte es zu einem Fehler bei der Synchronisation kommen.

 

* Anbindung von externem Cloud-Storage wie Dropbox, Strato Hidrive oder Amazon S3 oder Google Drive etc. Das macht für allem für die Umstiegsphase von einem externen Clouddienst zu Owncloud Sinn. Ein denkbares Szenario hierfür: Die Benutzer in einem Unternehmen nutzen eine Zeitlang Owncloud und den angehängten Dropboxspeicher parallel, ziehen in aller Ruhe ihre bei Dropbox abgelegten Dokumente nach Owncloud um und verzichten schließlich ganz auf den externen Cloudspeicher.

 

* Integrierten Video-Player: Spielt Videos direkt ab, ohne dass man die Videos dafür extra herunterladen muss.

 

* Plug-In zum Abspielen von HTML5-Präsentation.

* Versionierung: Wird über das Owncloud-Webinterface eine Datei hochgeladen, deren Name bereits auf dem Owncloud-Server existiert, wird automatisch eine neue Version angelegt und diese als aktuelle Version der Datei geführt.

 

* Verbesserte Administration: Mit Owncloud 4.5 können jetzt Sub-Administratoren  eingerichtet werden, welche die Mitglieder und Zugriffsrechte einzelner Gruppen selbständig verwalten.

 

* Granulare Rechtevergabe auf Datei-Level: Die Anwender können auf Datei-Level bestimmen, wer freigegebene Dateien lesen, bearbeiten oder löschen darf. Auch eine zeitliche Begrenzung dieser Rechte ist nun möglich. URLs, die Zugang zu  freigegebenen Dateien bieten, können jetzt zusätzlich mit einem Passwort geschützt werden.

 

Sie können sich Owncloud 4.5 kostenlos herunterladen. Die Installation und Verwendung von Owncloud ist gratis. Die kostenpflichtige Owncloud Business, Enterprise und Education Edition bietet gegenüber der freien Community Edition folgende Erweiterungen und Zusatzleistungen:

* Support für Oracle-Datenbanken: Neben Postgress und MySQL können auch Oracle-Datenbanken als Backend für Owncloud eingesetzt werden.

* Ein Logging-Modul zeichnet auf, wer wann auf welche Dateien zugegriffen und diese verändert hat. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Auditierbarkeit einer Unternehmenssoftware.

 

* Dynamische Storagezuteilung: Mit dieser Funktion lassen sich den verschiedenen Anwendern unterschiedlich große Speicher zuteilen, entsprechend ihren unterschiedlichen Aufgaben und Anforderungen.

 

* Käufer der kommerziellen Owncloud-Version erhalten von Owncloud Maintenance und technischen Support.

 

Wenn Sie einige der neuen Funktionen wie die feinkörnige Rechtevergabe benötigen, dann müssen Sie die Software ebenfalls kostenpflichtig lizenzieren. Für die Android- und iOS-Apps sollen in den nächsten Tagen neue Updates erscheinen. Für Windows Phone sind erst einmal keine Apps geplant.

Neuerungen in der Version 5.0 der Community Version von Owncloud

Die Community-Version 5.0.5 bietet ein überarbeitetes Web-Frontend. Es bietet nun etwas mehr Platz für die Anzeige der Dateien auf dem Cloud-Speicher.

Unter der Habe haben die Entwickler am Tempo gedreht. Vor allem die Suche nach Dateien soll bis zu fünf Mal schneller laufen. Das hängt aber natürlich auch wesentlich von der Hardware ab, auf dem der Owncloud installiert ist und der Verwendeten Datenbank-Sofware (MySQL, MySQL lite, PostgreSQL).

Sicherheit: In Owncloud lässt sich auch der Antiviren-Scannern ClamAV anbinden. Somit lassen sich auf den Cloud-Speicher hochgeladene Dateien automatisch auf Viren prüfen. Viren können automatisch geblockt werden.

Verbessert wurde die zeitweise Aufbewahrung von gelöschten Dateien. Diese lassen sich nun einfacher auffinden und gegebenenfalls wiederherstellen.

Aufgehübscht wurden schließlich noch der Kalender und das Adressbuch. Termine lassen sich nun einfacher als öffentlich, privat oder vertraulich klassifizieren und es soll weniger Probleme mit Umlaut geben. Im Adressbuch (Kontakte) gespeicherte Namen lassen sich nun flexibler sortieren.

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