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Edward Snowden erhält Alternativen Nobelpreis in Abwesenheit

02.12.2014 | 10:44 Uhr |

Edward Snowden ist mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt worden. Er nahm den Preis nicht persönlich entgegen, weil er immer noch die Verhaftung durch US-Behörden befürchtet.

Der Whistleblower Edward Snowden ist einer der Preisträger der „Alternativen Nobelpreises 2014“. Mit diesem Right Livelihood Award (RLA) zeichnet die Right Livelihood Award Foundation seit 1980 Menschen aus, die um „die Gestaltung einer besseren Welt“ verdient gemacht haben. Der im Reichstag in Stockholm verliehene Alternative Nobelpreis finanziert sich aus Spenden. Edward Snowden nahm die Auszeichnung allerdings nicht persönlich entgegen, sondern war per Video-Botschaft zugeschaltet, weil er sich nach wie vor in Russland aufhält, um der Verhaftung durch US-Behörden zu entgehen.

Ex-CIA-Mitarbeiter deckte riesiges US-Überwachungsprogramm auf

Edward Snowden erhält die Auszeichnung dafür, dass er den Mut hatte aufzudecken, in welch enormen Ausmaß staatliche Überwachungsmaßnahmen die Grundlangen demokratischer Prozesse und verfassungsmäßiger Rechte verletzen würden. Konkret ist damit gemeint, dass Snowden aufdeckte, wie die Geheimdienste der USA und Großbritanniens den weltweiten Internet- und Telefonverkehr überwachen.

Allerdings betonte Snowden immer wieder, dass sich seine Enthüllungen nicht nur gegen die USA und ihre Verbündeten richten würden, sondern dass er generell zeigen wollte, wie sehr die Privatsphäre aller Menschen bedroht sei. Zudem betonten Freunde von Snowden, dass sich sein Material nicht in Russland befinden würde. Snowden sei zwar nach Russland geflüchtet, um vor den Nachstellungen der US-Behörden sicher zu sein. Doch er habe deshalb noch lange nicht den russischen Geheimdiensten sein Material zur Verfügung gestellt.

Die Veröffentlichung und Auswertung der von Snowden sicher gestellten Geheimdienstunterlangen und –Informationen übernahmen und übernehmen Journalisten wie Glenn Greenwald (der fast zeitgleich den Geschwister-Scholl-Preis erhalten hat) und vor allem die Zeitung „The Guardian“. Deren Chefredakteur und Herausgeber Alan Rusbridger wurde ebenfalls mit dem RLA 2014 aufgezeichnet.

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