2223077

Edward Snowden warnt vor Google-Messenger Allo

22.09.2016 | 15:01 Uhr |

Whistleblower Edward Snowden rät Smartphone-Besitzern von der Nutzung des Google-Messengers Allo ab.

In dieser Woche veröffentlichte Google mit Allo eine neue Messenger-App. Der Konkurrent zu WhatsApp und Co. soll den Inhalt von Nachrichten automatisch erkennen und schlägt Nutzern daraufhin passende Antworten vor. Was nach einem praktischen Feature für Schreibfaule klingt, birgt laut Whistleblower Edward Snowden hohe Sicherheitsrisiken.

Über Twitter weist Snowden auf Recherchen des IT-Magazins The Verge hin, denen zufolge Allo alle Nachrichten aufzeichnet, die Nutzer mit dem Messenger senden. Diese Daten muss der Suchmaschinenkonzern zudem an Strafverfolgungsbehörden aushändigen, wenn ein entsprechender Beschluss vorliegen sollte.

Als Allo im Rahmen der Google I/O in diesem Jahr angekündigt wurde, versprach Google noch, der Messenger sei ein neues Tool zum Schutz der Privatsphäre. Allo sollte eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Form des Inkognito-Modus bieten und Nachrichten nur vorübergehend speichern. Mit dem Release von Allo lässt Google einige der versprochenen Features jedoch wieder fallen.

In der finalen App müssen Nutzer den Inkognito-Modus von Hand aktivieren. Alle Nachrichten die außerhalb dieses Modus gesendet wurden, werden dauerhaft gespeichert. Nutzer müssen sie händisch löschen. Wirklich sicher sind die Nachrichten jedoch auch im Inkognito-Modus nicht. Sie werden verschlüsselt auf Google-Servern gespeichert. Die Verschlüsselung wird jedoch von den Google-Algorithmen ausgehebelt – um das intelligente Antwort-Feature zu verbessern.

Die Entscheidung für das intelligente Anwort-Feature und gegen die Privatsphäre der Nutzer wirkt sich auch auf Strafverfolgungsbehörden aus. Diese können die gespeicherten Nachrichten mit einem entsprechenden Beschluss herausverlangen.

Google Allo: Neuer Messenger mit KI und Inkognito-Modus

0 Kommentare zu diesem Artikel
2223077