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Edward Snowden: Google Allo sollte nicht verwendet werden

23.05.2016 | 12:16 Uhr |

Edward Snowden empfiehlt den Nutzern lieber nicht zur neuen Messenger-App Allo von Google zu greifen.

Google hat kürzlich bei der Eröffnung der Google I/O den neuen Messenger Allo vorgestellt, der voraussichtlich im Sommer für Android und iOS erscheinen wird. Die neue, smarte Messenger-App Allo soll den Nutzern laut Google völlig neue Möglichkeiten beim Austausch von Nachrichten geben und dabei auch die intelligenten Suchalgorithmen und die KI von Google verwenden.

In einem Tweet empfiehlt Edward Snowden den Nutzern allerdings Allo vorerst aus dem Weg zu gehen. "Googles Entscheidung die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung standardmäßig bei seiner Allo-Chat-App abzuschalten, ist gefährlich und macht sie unsicher", begründet Snowden seine Empfehlung.

Google hatte erklärt, dass Allo die gleiche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wie auch WhatsApp erhält. Während bei WhatsApp mittlerweile die Verschlüsselung grundsätzlich aktiv ist, ist sie bei Allo allerdings standardmäßig abgeschaltet. Nur bei der Allo-Begleiter-App Duo, mit der die Nutzer mit anderen Personen Video-Gespräche führen können, wird die Verbindung standardmäßig durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt.

Googles Verzicht auf die grundsätzlich per Standard aktivierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Allo dürfte damit zusammenhängen, dass die intelligenten Extra-Funktionen und Chatbots, mit denen Google sein Allo anpreist (siehe unseren Allo-Bericht ), nur funktionieren, wenn die Nutzer unverschlüsselt miteinander kommunizieren.

Einen Messenger gänzlich ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auszuliefern, traut sich aber selbst Google nicht. Daher wird es möglich sein, die Verschlüsselung zu aktivieren. Allerdings müssen dies auch beide Gesprächspartner tun, um abhörsicher miteinander kommunizieren zu dürfen.

Kurze Zeit später legte Snowden übrigens mit einem Tweet nach. In einem Blog-Eintrag habe Googles Sicherheitsexperte auch die fehlende Standard-Sicherheitsfunktion in Allo erwähnt. Die entsprechende Passage sei aber später wieder entfernt worden. "Die Lektion: Die Bosse lesen mit", so Snowden. Einen Link zum besagten Blog-Eintrag liefert Snowden allerdings nicht.

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