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Echelon: USA bespitzeln deutsche Wirtschaft

30.05.2001 | 11:58 Uhr |

Ein Ausschuss des europäischen Paralaments hat die Existenz des US-Spionagesystems "Echelon" nach einer einjährigen Untersuchung bestätigt. Zum Schutz vor Echelon sollen in Zukunft Daten per Mail oder per Fax nur noch verschlüsselt übermittelt werden. Die USA stehen unter Verdacht, mittels Echolon Wirtschafts-Spionage zu betreiben.

Ein Ausschuss des europäischen Parlaments hat die Existenz des US-Spionagesystems "Echelon" nach einer einjährigen Untersuchung bestätigt, wie verschiedene Medien berichten. Die USA stehen unter Verdacht, mittels Echelon Wirtschafts-Spionage zu betreiben.

Zwar gebe es noch keine Beweise, dass die amerikanischen Geheimdienste abgefangene Informationen an US-Unternehmen weitergeben, um ihnen ein Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Doch "Echelon" sei dem Ausschuss-Bericht zufolge nicht darauf ausgerichtet, militärische Geheimnisse auszuspionieren, sondern um private und geschäftliche Kommunikation abzufangen.

"Es besteht kein Zweifel, dass ein weltweites Abhörsystem existiert", heißt es in dem 108 Seiten starken Dokument. "Echelon" werde von den USA zusammen mit Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland betrieben. Das System mit seinen weltweiten Abhöreinrichtungen wurde nach dem zweiten Weltkrieg aufgebaut. Spionage-Basen von Echolon existieren in Fort Meade in Maryland, im britischen Cheltenham aber auch im oberbayerischen Bad Aibling.

Echelon Abhörstation (Foto: BBC)

Eine offizielle Bestätigung aus den USA gibt es zu den Aussagen der Europa-Parlamentarier nicht. CIA und NSA verweigern bislang jede Auskunft.

Ein besonderes Problem stellt die Mitgliedschaft Großbritanniens im "Echelon"-Verbund dar. Das Vereinigte Königreich würde dadurch möglicherweise gegen europäische Menschenrechtsbestimmungen und Verträge mit den EU-Partnern verstoßen.

Die Ausschuss-Mitglieder empfehlen dringend, vertrauliche Informationen per Mail oder per Fax nur noch verschlüsselt zu versenden. Diese gelte sowohl für Privatpersonen wie auch für Unternehmen. Idealerweise solle hierzu deutsche Verschlüsselungs-Software zum Einsatz kommen.

Neue PGP-Version für sicheres Mailen (PC-WELT Online, 22.05.2001)

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