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Ebay und Filmindustrie kämpfen gegen Raubkopien

Die Filmwirtschaft klärt mal wieder auf. Nach Plakat-Aktionen im vergangenen Jahr will man jetzt Ebay-Kunden vermitteln, was Raubkopien sind.

Mit einer speziellen Website, die über Raubkopien aufklärt, erweitert Ebay seine Zusammenarbeit mit der Filmwirtschaft. Unter dem Titel „RESPE©T“ gibt es eine Informationsseite, die Anwender sensibilisieren soll für die Interessen der Industrie. Käufer erhalten so umfangreiche Hinweise, woran Sie illegale Kopien von DVDs und Videokassetten erkennen können.

Doch auch Verkäufer sollen so klarer beurteilen können, was legal angeboten werden darf und was nicht. Damit auch die Industrie was davon hat, gibt’s eine Denunzier-Funktion, mit der Anwender zweifelhafte Auktionen an Ebay und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) melden können. Die Website ist über die Hauptseite der Ebay-Kategorie "Filme & DVDs" erreichbar und auf dieser Seite zu finden.

Neben der Informationsseite wird die Filmwirtschaft im Rahmen der "Initiative zum Schutz des Originals" zukünftig regelmäßige Charity-Auktionen über Ebay anbieten, um auf die Thematik illegaler Filmkopien aufmerksam zu machen. Zum Start gibt’s ein exklusives Paket rund um den Start von „Star Wars Episode III“. Ebay weist in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf das "Verifizierte Rechte Inhaber Programm" (Veri) hin, mit dem Filmwirtschaft und andere Rechteinhaber schnell und unbürokratisch Angebote löschen können, die gegen die eigenen Rechte verstoßen. Das Veri-Programm sei eine Ergänzung zu Arbeit des Ebay-Sicherheitsteams.

Doch die Filmwirtschaft bemüht sich noch auf zahlreichen anderen Wegen um die Bekämpfung von Raubkopierern. In einer Pressemitteilung erklärt die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), man habe zwischen Januar und März diesen Jahres 527 Räumlichkeiten durchsucht und 703 Verfahren eingeleitet. Außerdem setzt der Verband im Sommer die Info-Roadshow "Knast on Tour" fort. Dabei können sich Bürger für fünf Minuten in eine Gefängniszelle einschließen lassen, um Knast-Feeling zu erleben.

Doch ganz so erfolgreich, wie die Filmindustrie vermittelt, ist sie offenbar noch nicht, zumindest was das Unrechtsbewusstsein der Bevölkerung betrifft. Am vergangenen Wochenende fragte die ARD in der Show "Typisch deutsch?": "Welchen Gesetzesverstoß finden Sie am ehesten entschuldbar?" Zur Auswahl stand neben kleinen Ladendiebstählen, gelegentlichem Schwarzfahren und dem Beschummeln des Finanzamts auch das illegale Brennen von CDs. Nicht nur im Saalpublikum, sondern auch bei den Zuschauern zu Hause landete diese Antwort an erster Stelle.

Raubkopierer: Probesitzen im Knast (PC-WELT Online, 30.11.2004)

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