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Ebay-Betrug mit Bots und 1-Cent-Verkäufen

01.08.2006 | 16:05 Uhr |

Betrüger bauen sich nahezu vollautomatisch Dutzende von Ebay-Konten mit guten Bewertungen auf und benutzen sie dann zum Verkauf von Artikeln, die sie nie liefern.

Die beliebte Auktionsplattform Ebay ist auch ein Tummelplatz für Kriminelle. Das Sicherheitsunternehmen Fortinet schildert in seinem Monatsbericht für Juli, wie sich Betrüger mit automatisch abgewickelten 1-Cent-Transaktionen positive Bewertungen verschaffen. Diese benutzen sie dann, um andere Waren zu höheren Preisen anzubieten, die sie nicht haben und auch nicht liefern.

Auf Ebay gibt es jede Menge "Sofort-Kaufen"-Artikel für einen Cent. Dabei handelt es sich regelmäßig um digitale Produkte wie E-Books oder Fotos. Die Anbieter wickeln die Verkäufe vollautomatisch mit so genannten Bots ab - bei einem Preis von einem Cent lohnt sich menschliche Arbeitskraft nicht. Der Artikel wird also automatisch per Mail versandt, eine standardisierte Bewertung für den Käufer wird ebenso automatisch abgegeben.

Die Betrüger richten sich Script-gesteuert beispielsweise hundert Ebay-Konten ein. Ihre Bots durchsuchen dann die Ebay-Seiten nach "Sofort-Kaufen"-Artikeln für einen Cent und kaufen sie. Sie erhalten vollautomatisch die Ware sowie eine positive Bewertung und senden ebenso automatisch eine positive Standardbewertung an das Profil des Verkäufers. So kosten hundert Ebay-Konten mit je 15 positiven Bewertungen 15 Euro - und sie entstehen nahezu ohne menschliches Zutun. Zwei Bots unterhalten sich und machen Geschäfte miteinander.

Mit diesen durchweg positiven und schon bei oberflächlicher Betrachtung verdächtig ähnlichen Profilen bieten die Täter nun höherwertigere Artikel an, etwa MP3-Player für 40 Euro. Sie kassieren das Geld, liefern jedoch nicht. Die Konten der Betrüger werden dann zwar von Ebay gelöscht, das kümmert die Täter jedoch nicht - sie haben ja genug davon und können schnell hundert neue generieren.

Die Ebay-Profile dieser Betrüger sind daran zu erkennen, dass sie alle ähnliche Standardbewertungen für gekaufte 1-Cent-Artikel enthalten. Die Ebay-Konten sind außerdem nicht sehr alt, die Namen sind meist zufällige Buchstabenfolgen. Die Verkäufer der 1-Cent-Artikel sind an dem Betrug nicht beteiligt, profitieren jedoch ebenfalls von dieser Masche.

Ebay: Verkäufer mit guten Bewertungen erzielen bessere Preise (PC-WELT Online, 31.07.2006)

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