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Ebay-Aktion "Wir wollen helfen": Käufer kritisieren Artikel

02.02.2005 | 12:43 Uhr |

Mit der Aktion "Wir wollen helfen" will Ebay zusammen mit der Deutschen Post den Flutopfern in Südasien helfen und gespendete Artikel versteigern. Von der Idee begeistert, empfinden viele Käufer die Abwicklung der Aktion jedoch als eher enttäuschend.

Anfang Januar hat Ebay unter dem Motto „Wir wollen helfen“ eine Spendenaktion zugunsten der Flutopfer in Südasien initiiert. Von der Idee begeistert, empfinden viele Käufer die Abwicklung der Aktion jedoch als eher enttäuschend.

Die Aktion wird gemeinsam mit der Deutschen Post World Net durchgeführt. Jeder – egal, ob Ebay-Mitglied oder nicht – konnte bis zum 17. Januar Dinge, die er spenden wollte, bei der Post abgeben. Sämtliche Artikel werden nach und nach über Ebay versteigert. Die Verkaufserlöse - aktueller Stand: über 1,6 Mio Euro – sollen komplett an die Hilfsorganisation “Ein Herz für Kinder“ gehen.

Noch läuft die Aktion – wer mit dem Kauf eines Artikels dazu beitragen will, die Not der Flutopfer zu lindern, findet die entsprechenden Angebote in der Suche unter dem Stichwort „Wir wollen helfen“.

Dass so manche Auktion sich dabei als Griff ins Klo herausstellen könnte, muss man in Kauf nehmen. Wie aus den Bewertungskommentaren hervorgeht, haben wohl einige Leute die Gelegenheit genutzt, verschmutzte und beschädigte Gegenstände statt in den Müll diesmal zur Post zu bringen. Das spiegelt sich auch in den Bewertungen: Den weit über 20.000 positiven Beurteilungen stehen immerhin rund 700 neutrale und mehr als 500 negative Bewertungen gegenüber.

Interessant ist, dass sich auch in den positiven Kommentaren noch jede Menge Beschwerden verstecken. Positiv bewertet wurde zwar das Engagement für die Flutopfer, über die ersteigerten Artikel haben sich die Käufer dagegen oft enttäuscht geäußert – verdreckt, kaputt, für den Versand miserabel verpackt. Dass es hier zu keinen massiveren Beschwerden kommt, dürfte daran liegen, dass selbst derjenige, der einen noch so schlechten Artikel erhalten hat, den Kaufpreis eben als Spende ansieht, mit der er ein gutes Werk getan hat.

Natürlich kann man sich denken, dass Ebay-Mitarbeiter, die alle diese gespendeten Artikel einstellen und dafür Beschreibungen verfassen müssen – innerhalb der ersten Tage waren weit über 30.000 Spendenpakete eingegangen – damit gut zu tun haben. Fragt sich nur, ob sie wirklich jeden Müll anbieten müssen.

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