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EU erlaubt Surfen im Flugzeug

15.11.2013 | 12:44 Uhr |

Die Europäische Kommission hat das Surfen im Flugzeug erlaubt. Die Erlaubnis kommt aber mit ein paar Einschränkungen daher. Wir erklären, wie das Surfen im Flugzeug funktioniert.

Erst vor Kurzem hat die EASA die Nutzung elektronischer Geräte während Start und Landung im Flugzeug gestattet. Nun hat die Europäische Kommission das Surfen per 3G (UMTS) und 4G (LTE) während des Fluges gestattet. Allerdings gilt diese Regelung nur für die EU und für Flughöhen ab 3.000 Meter. Außerdem ist es keine Regelung, auf die sich der Kunde berufen kann, sondern eine Option für die Fluggesellschaften. Ob diese 3G und 4G auf ihren Flügen erlauben, liegt in ihrem Ermessen.

So funktioniert das Surfen im Flugzeug

Um Internet via 3G oder 4G während des Fluges anbieten zu können, ist aber eine technische Aufrüstung in vielen Flugzeugen nötig. Für die Übertragung der Daten benötigen die Flugzeuge MCA-Module (Mobile Communications On-Board Aircraft). Das MCA-Modul empfängt über eine Antenne, die in Form eines Kabels über den Sitzen verläuft, die Datenanfragen der Smartphones oder Tablets der Fluggäste und übergibt sie an die jeweiligen Mobilfunkanbieter des Fluggastes. Im Prinzip handelt es sich dabei um Roaming - entsprechend fallen auch Gebühren an. Technisch kann auch ein WLAN-Netzwerk über MCA umgesetzt werden. Informieren Sie sich vorab, um ungewollte Gebühren zu vermeiden.

Über Satellit werden anschließend die vom MCA-System aufgenommenen Datenpakete an die Erde geleitet - und umgekehrt kommen die empfangenen Daten von den Rechenzentren rund 3.000 Meter unterhalb des Flugzeugs per Satellit zurück zum MCA. Das System leitet sie nun an die Smartphones und Tablets der Surfer weiter.

Wie die Europäische Kommission mitteilt, arbeiten Techniker aber bereits an einer DA2G genannten Technik (Direct air to ground), die ohne Satelliten-Hilfe auskommen soll. Bis dahin sollen neue Satelliten die derzeitigen Kapazitäten zum Surfen um den Faktor zehn erhöhen.

Bis ins Jahr 2008 war seitens der EU nur das Telefonieren an Bord erlaubt - mit speziellen Telefonen, die von der Fluggesellschaft gestellt wurden. Ab 2008 ist auch das Surfen während des EU-Fluges erlaubt, aber nur mit GSM-Geschwindigkeit. Üblicherweise werden diese Dienste extra abgerechnet. Ob die Fluggesellschaften die nun erlaubte 3G- und 4G-Option umsetzen werden und wie teuer das für den surfwilligen Kunden wird, bleibt abzuwarten. Berücksichtigt man aber den Einsatz von Satelliten-Technik und die Aufrüstung der Flugzeuge, sollte man nicht unbedingt mit einem Schnäppchen rechnen.

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