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EU gegen hohe Roaming-Gebühren

28.03.2006 | 15:45 Uhr |

Bis zum Sommer könnte eine EU-Verordnung alle ungerechtfertigten Gebühren für die Benutzung des Mobiltelefons im Ausland verbieten.

Die Europäische Kommission geht gegen überzogene Gebühren für mobiles Telefonieren im Ausland vor. Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien sagte: „Ein Mobilfunknutzer sollte bei Reisen ins europäische Ausland nicht automatisch höhere Tarife zahlen müssen.“ Nach den heute veröffentlichten Statistiken, zahlen Europas Verbraucher unverändert hohe Roaming-Gebühren für Gespräch im Ausland. In einigen Fällen sind die internationalen Gesprächsgebühren in den letzten sechs Monaten sogar gestiegen: So hat ein britischer Anbieter die Roaming-Preise für Anrufe aus dem EU-Ausland von 3,45 Euro auf 4,92 Euro angehoben. Für ein vierminütiges Gespräch nach Hause bezahlt ein Finne in Schweden nur 0,20 Euro, ein Malteser in Lettland hingegen 13,05 Euro. Litauer bezahlen in Frankreich für einen vierminütigen Anruf nach Hause zwischen 4,41 und 12,08 Euro.

Dank der EU-Verordnung würden alle Gebühren für die Annahme eines Anrufs während eines Aufenthalts in einem anderen EU-Mitgliedstaat entfallen. Für im EU-Ausland getätigte Anrufe könnte künftig Inlandspreise berechnet werden. So würden stets nur Gebühren berechnet, die im Wohnsitz-Land anfallen. Dadurch zahlt ein deutscher Handynutzer mit einem deutschen Mobilfunkvertrag immer dieselben Gebühren für ein Ortsgespräch – egal, ob er sich in Berlin, Stockholm oder Malta aufhält. Die Kommission hat ihre Webseite zu den Roaming-Gebühren aktualisiert.

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