256379

EU droht Microsoft erneut mit Geldstrafe

15.11.2006 | 12:54 Uhr |

Microsoft steht neuer Ärger mit der EU ins Haus. Denn die Europäische Kommission droht dem Redmonder Softwarekonzern mit einer täglichen Geldstrafe von bis zu drei Millionen Euro, wenn Microsoft bis zum 23. November nicht ausreichend Informationen über Windows Vista herausrückt.

Die Europäische Kommission will Microsoft bis zu drei Millionen Euro täglich an Strafe zahlen lassen, wenn das Unternehmen nicht bis zum 23. November 2006 ausreichend Dokumentationsunterlagen zu Windows Vista bereitstellt. Das berichtet die britische Tageszeitung "The Guardian".

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes (siehe Foto zu dieser Meldung) kritisierte, dass Microsoft ihre Geduld überstrapaziere. "Ich lebe nicht ewig", legte Kroes ironisch nach.

Mit der erneuten Androhung einer Geldstrafe geht der Streit EU gegen Microsoft in eine neue Runde. Bereits im Juli verdonnerte die EU-Kommission den Redmonder Konzern zu einer Strafe von 280,5 Millionen Euro, weil Microsoft nicht die geforderten Unterlagen zum Windows-Server vorgelegt hatte. Der Einspruch von Microsoft gegen diese Zahlung läuft noch. Im Jahr 2004 hatte die Kommission sogar eine Strafe von 497 Millionen Euro verhängt.

Microsoft begründete das Fehlen der Unterlagen auf kuriose Weise: Man habe nicht verstanden, was die Kommission wolle. Nach einer erneuten Anhörung im Sommer 2006 schienen sich die Verständnisprobleme von Microsoft aufgelöst zu haben, das Unternehmen legte weitere Unterlagen vor.

Doch Kroes hält die vorliegenden Dokumentation nicht ausreichend, nach wie vor würden wichtige technische Informationen fehlen. Diese Informationen seien aber wichtig, um Konkurrenten von Microsoft einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
256379