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EU-Sanktionen gegen Microsoft schießen am Ziel vorbei

10.03.2004 | 10:36 Uhr |

Die EU-Kommission wird voraussichtlich noch in diesem Monat Auflagen bekannt geben, um die Ausweitung von Microsofts Windows-Monopol auf andere Bereiche zu stoppen. Nach Ansicht von Kritikern fallen die Maßnahmen jedoch zu milde aus und laufen ins Leere.

Die EU-Kommission wird voraussichtlich noch in diesem Monat Auflagen bekannt geben, um die Ausweitung von Microsofts Windows-Monopol auf andere Bereiche zu stoppen. Nach Ansicht von Kritikern fallen die Maßnahmen jedoch zu milde aus und laufen ins Leere, berichtet unsere Schwesterpublikation Computerwoche .

Die Brüsseler Behörde ist zu dem Schluss gekommen, dass der Softwareriese durch die Bindung des Windows Media Player an das PC-Betriebssystem Windows den Wettbewerb schwäche. Als Abhilfe ist offenbar geplant, dass Microsoft künftig EU-weit zusätzlich eine abgespeckte Version ihres Windows-Betriebssystems - ohne integrierten "Media Player" - anbietet. Anschließend, so die Idee, könnten die Anwender frei entscheiden, welche Software sie zum Abspielen von Audio- oder Videodateien nutzen.

Kritiker bemängeln jedoch, die EU ordne mit diesem Beschluss lediglich die Kräfteverhältnisse in bereits geschlagenen Schlachten neu. Inzwischen habe sich jedoch der Wettbewerb um die Wahl der führenden Abspielsoftware vom PC auf Unterhaltungsgeräte wie MP3-Player, Handys oder TV-Settop-Boxen verlagert. So verwischen die Grenzen zwischen Computern, Fernsehern, Radios und Telefonen zunehmend. Vor diesem Hintergrund sei das Kartellurteil der EU-Kommission gegen Microsoft nebensächlich, meinen Marktbeobachter; nicht zuletzt, da die Behörde vergleichsweise milde Abhilfen verordnet, um überhaupt zum Ziel zu kommen.

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